Deutschland

Wahlgeschenk für Trump: US-Präsident verkündet Milliarden-Deal mit deutschem Autobauer Audi

Audi will vier Milliarden Dollar in ein neues Werk in den USA investieren und dort 4.500 Arbeitsplätze schaffen. In Deutschland plant der Autobauer dagegen den Abbau von bis zu 7.500 Stellen. US-Präsident Donald Trump inszeniert die Ankündigung mitten im Wahlkampf als Erfolg seiner Wirtschaftspolitik.
Wahlgeschenk für Trump: US-Präsident verkündet Milliarden-Deal mit deutschem Autobauer Audi

Audi hat den Bau eines Werks in den USA angekündigt – und das mitten auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump. Bei seiner Rede im Bundesstaat Georgia verkündete der US-Präsident zunächst, der Autohersteller wolle dort jährlich 200.000 SUV produzieren. Anschließend bat er Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne. Dieser dankte Trump für dessen Unterstützung.

Der Auftritt kommt zu einem politisch wichtigen Zeitpunkt: Bis zu den US-Zwischenwahlen sind es weniger als zehn Tage. Am 3. November wird über sämtliche Sitze im Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Sitze im Senat abgestimmt. Trumps Republikaner wollen ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen.

Donald Trumps bester Wahlkampfhelfer kommt von daher aus Ingolstadt: Denn Trumps Umfragewerte sind zehn Tage vor den Zwischenwahlen auf einen neuen Tiefstand gesunken. Nur 31 Prozent der US-Amerikanerinnen und -Amerikaner unterstützen seine Amtsführung, wie aus einer aktuellen Erhebung von Reuters und Ipsos hervorgeht. 69 Prozent lehnen seine Wirtschaftspolitik ab.

Selbst in den eigenen Reihen bröckelt Trumps Rückhalt. 35 Prozent der Republikanerinnen und Republikaner sind der Ansicht, dass seine Wirtschaftspolitik die Lage in den USA verschlechtert. Im Januar lag dieser Anteil noch bei 18 Prozent.

Auch mit seiner Zollpolitik kann Trump offenbar nicht überzeugen. Nur noch 40 Prozent der Republikaner bewerten die Zölle positiv. Da kommt Audi-Chef Gernot Döllner mit seinen Investitionsplänen für die USA Trump gelegen. 

Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit fordert Trump ausländische Unternehmen wiederholt dazu auf, ihre Produktion in die USA zu verlagern. Im Gegenzug stellte er ihnen Zollvergünstigungen in Aussicht. Damit will der US-Präsident die heimische Wirtschaft ankurbeln und neue Arbeitsplätze in der Industrie schaffen.

In einer Mitteilung machte Audi weitere Angaben zu dem geplanten Werk. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen. Erstmals plant die Marke, ein eigenes Werk in den USA zu errichten. Rund 4.500 Arbeitsplätze sollen entstehen, die Investitionen belaufen sich auf etwa vier Milliarden US-Dollar (rund 3,6 Milliarden Euro). Die Produktion soll Anfang der 2030er-Jahre anlaufen. In dem Werk sollen Premium-SUV entstehen, die speziell auf die Bedürfnisse nordamerikanischer Kundinnen und Kunden zugeschnitten sind.

Anders als BMW, Mercedes und seine Konzernmutter Volkswagen hat Audi kein eigenes Werk in den USA. Die Wagen werden aus Europa importiert sowie aus Mexiko, wo Audi ausgerechnet sein wichtigstes US-Modell, den Q5, produziert. 

Während in Georgia 4.500 neue Arbeitsplätze entstehen sollen, plant Audi in Deutschland den Abbau von bis zu 7.500 Stellen. Weitere Sparmaßnahmen könnten folgen. Der Betriebsrat hatte bereits im Januar gefordert, die Beschäftigung in Ingolstadt und Neckarsulm langfristig abzusichern, bevor neue Werke im Ausland geplant werden.

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