Nordamerika

Bezahlte US-Senator Graham einen Minderjährigen für Sex?

Zeitlebens vermochte US-Senator Lindsey Graham seine mutmaßliche Homosexualität zu verbergen. Nach seinem überraschenden und geheimnisumwobenen Tod im April werden Stimmen laut, die offen über Grahams Neigungen sprechen. Vorwürfe gehen über die Verlogenheit des Mannes, der sich nach außen homophob gab, weit hinaus.
Bezahlte US-Senator Graham einen Minderjährigen für Sex?Quelle: Gettyimages.ru © Joe Raedle/Getty Images

Der US-Online-Nachrichtensender The Young Turks, der von den US-Medien als "links" eingestuft wird, hat am Donnerstag ein Video veröffentlicht, in dem drei Männer, darunter ein zum Zeitpunkt der behaupteten Vorfälle 17-Jähriger, aussagen, mit dem Juli verstorbenen Senator Lindsey Graham gegen Geld Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Allerdings wusste Graham offenbar nicht, dass der Mann unter 18 war.

In dem 30-minütigen Video mit dem Titel "The CLOSETocracy" behauptet ein Mann, von dem nur der Vorname Kelvin bekannt ist, dass Graham ihn im Alter von 17 Jahren für Sex bezahlt habe und ihn während des Treffens heimlich gefilmt habe. Der Mann sagt, dass das Video in Netzwerken der US-Eliten verbreitet wurde. Graham habe ihm nach dem Geschlechtsverkehr 120 Dollar für den Akt bezahlt, so Kelvin. Unabhängig geprüft werden können die Aussagen nicht.

Ein weiterer Mann gibt im Video an, von einem Chauffeur abgeholt und zum Mayflower Hotel in Washington gefahren worden zu sein, wo er, wie er sagte, dafür bezahlt wurde, Sex mit Graham zu haben und die Nacht mit ihm zu verbringen. Dieser Mann, der als Cory bezeichnet wird, sagte, er habe erst Monate später erkannt, dass es sich um den illustren US-Senator handelte. Er erkannte ihn während des Präsidentschaftswahlkampfs 2016 im Fernsehen wieder.

Auch der dritte Mann sagt aus, dafür bezahlt worden zu sein, eine sexuelle Begegnung mit Graham zu haben.

Graham, der Lesern von RT DE vor allem durch seine Russophobie, die sich bis zu blutrünstigen Aussagen gesteigert hat, und durch den Ruf als Kriegstreiber und Falke gegenüber China, Iran und Russland bekannt ist, bestritt wiederholt, homosexuell zu sein, obwohl Gerüchte über sein Privatleben kursierten und er nie geheiratet hatte. In Russland ist Graham wegen seiner antirussischen bluttriefenden Äußerungen offiziell auf die Liste von Terroristen und Extremisten eingetragen. Nach der Veröffentlichung des Videos erklärte ein Sprecher einer konservativen Gruppe, Graham sei schwul, tat dies jedoch als offenes Geheimnis und als Versuch ab, die Wähler im Senatswahlkampf in South Carolina abzulenken.

Sexuelle Kontakte mit jungen Männern unter 18 Jahren sind in einem Teil der US-Bundesstaaten strafbar, jedoch liegt die Strafbarkeitsgrenze sowohl in Grahams Heimatstaat South Carolina als auch in dem Hauptstadtdistrikt Washington D.C., in dem sich die behaupteten Vorfälle offenbar abgespielt hatten, bei 16 Jahren. In Deutschland ist Geschlechtsverkehr gegen Entgelt von Erwachsenen mit Personen unter 18 Jahren strafbar.

Im Jahr 2020 schrieb einer der im Video zu sehenden Männer, der als Pornodarsteller bekannt ist, unter dem Namen Sean Harding im Internet:

"Es gibt einen homophoben republikanischen Senator, der nicht besser ist als Trump und der immer wieder Gesetze verabschiedet, die der LGBT-Gemeinschaft und anderen Minderheiten schaden. Jeder Sexarbeiter, den ich kenne, wurde von diesem Mann engagiert. Ich frage mich, ob wir ihn aus dem Amt jagen könnten, wenn sich genug von uns zu Wort melden würden."

Doch erst nach Grahams Tod gingen er und andere Personen im Video an die Öffentlichkeit, nannten ihn erstmals namentlich und erhoben die geschilderten Vorwürfe, die womöglich zu einer Klage hätten führen können, als der Senator noch lebte.

Das Video erscheint weniger als zwei Wochen vor den US-Zwischenwahlen, bei denen Grahams Schwester, Darline Graham, in einem Kopf-an-Kopf-Rennen um den Sitz ihres Bruders in South Carolina kämpft. Graham wurde nach dem Tod ihres Bruders für die restliche Amtszeit ihres Bruders ernannt und erhielt die Unterstützung von Präsident Donald Trump.

Davon, dass Graham verdeckt homosexuell war und zu einer als "Closetokratie" bezeichneten Clique latenter Homosexueller gehörte, sprach auch der Sohn des früheren US-Präsidenten Joe Biden, Hunter, in einem Interview im Sommer. 

"Ich glaube, das größte Problem in den USA ist nicht die Oligarchie, sondern die 'Closetokratie'", sagte Biden damals. "Jeder weiß, dass es diese verschlossene Schwulen-Mafia gibt, größtenteils Republikaner, die in Washington, D.C. existiert, und jeder kennt jeden Einzelnen von ihnen, der schwul ist."

Biden argumentierte, dass Politiker, die ihre Sexualität verbergen, ihre Frustration oft ins öffentliche Leben kanalisieren. "Ich glaube, dass der innere Konflikt so viel Bitterkeit in einer Person erzeugt, dass sie diese an der restlichen Welt auslässt", sagte er.

Er deutete an, dass diese Beamten nach einem ganzen Leben im "Closet" ein "verfinstertes Herz" entwickeln, weil sie "nicht sein können, wer sie sein wollen", und dies durch ihre Politik an allen anderen auslassen.

Als er gefragt wurde, ob Graham zu den Politikern gehöre, auf die er anspiele, antwortete Biden: "Ja. Natürlich." Er sagte, er habe den republikanischen Abgeordneten aus South Carolina "als Kind gemocht", behauptete aber, "jeder wusste, dass er schwul war".

Mehr zum Thema – Neokoloniale Goldgräberstimmung: Lindsey Graham träumt wieder von ukrainischen Bodenschätzen

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.