
Estland plant den Bau von 150 Bunkern an der Grenze zu Russland

Die estnische Regierung plant den Bau von etwa 150 Bunkern im Kreis Ida-Viru, der an der Grenze zu Russland liegt. Dies erklärte Verteidigungsminister Martin Herem am Mittwoch während der Fragestunde im estnischen Parlament. Die Bunker sollen im Rahmen der Errichtung eines militärischen Infrastrukturprojekts namens Baltische Verteidigungslinie gebaut werden.
Herem wies darauf hin, dass einige Bunker auf Privatgrundstücken errichtet werden sollen, wofür entsprechende Vereinbarungen mit den jeweiligen Eigentümern getroffen werden müssen. "Im Zuge des Aufbaus der Baltischen Verteidigungslinie – etwa in Ida-Virumaa – ist die Errichtung von rund 150 Bunkern geplant. Davon werden 100 auf staatlichem Grund entstehen, während etwa 50 auf kommunalem oder privatem Land errichtet werden sollen", erklärte der Verteidigungsminister.
Beim Bau von Bunkern auf Privatgrundstücken sei eine Vereinbarung mit den Grundeigentümern erforderlich, deswegen betrachte die Regierung eine Entschädigung für die Landnutzung, eine Pachtzahlung oder eine Enteignung als Optionen. "Soweit mir bekannt ist, gibt es jedoch derzeit keinen umfassenderen Plan, dass der Staat das gesamte weitläufige Gebiet erwirbt", fügte er hinzu.

In den letzten Jahren haben Estland und andere baltische Staaten die Verteidigung in den an Russland angrenzenden Gebieten verstärkt. Im Januar 2024 billigten die Verteidigungsminister Lettlands, Litauens und Estlands eine gemeinsame Initiative Baltische Verteidigungslinie, die im Einklang mit den Verteidigungsplänen der NATO steht. Ziel sei es, die militärische Verteidigungsinfrastruktur der baltischen Staaten zu stärken und "Russland so daran zu hindern, potenziell schnelle militärische Angriffe" durchzuführen. Dafür sollen Verteidigungsanlagen in den Grenzgebieten dieser Länder errichtet werden.
In Estland besteht die Verteidigungslinie aus einem System von Hindernissen und Feldbefestigungen. Das System umfasst unter anderem Verteidigungsstützpunkte (darunter bis zu 600 Bunker) und Anlagen zur Lagerung von Befestigungselementen wie "Drachenzähnen" und NATO‑Draht. Zudem sieht das Projekt den Bau von Panzergräben vor.
Bis zum Sommer 2026 seien im Südosten Estlands mehr als zehn Kilometer Panzergräben ausgehoben, 28 Bunker errichtet und über 20.000 "Drachenzähne" beschafft worden, berichtete Yle. Dem Plan zufolge soll die Verteidigungslinie bis Ende 2027 fertiggestellt werden.
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