
Zürich in Flammen: Vermummte zünden Autos an und liefern sich Straßenschlachten mit der Polizei
Auch Zürich kommt nicht zur Ruhe. Wie zuvor in Deutschland und Frankreich kam es nun auch in der Deutschschweiz zu schweren Straßenschlachten. Kaum sind die Ausschreitungen am Hardplatz im Oktober in Vergessenheit geraten, erlebt die Finanzmetropole bereits die nächste Krawallnacht.
Diesmal verwandelten vermummte Randalierer die Umgebung der Langstrasse und des Helvetiaplatzes in ein Schlachtfeld. Was als angekündigte Protestaktion begann, endete mit brennenden Barrikaden, einem in Brand gesetzten Auto und gezielten Angriffen auf die Polizei.

Gegen 22:30 Uhr versammelten sich am Samstagabend mehrere hundert Personen bei der Piazza Cella an der Langstrasse. Viele waren vermummt, trugen Schutzbrillen oder machten sich mit Halloween-Masken unkenntlich. Zuvor war in sozialen Medien und auf einschlägigen Internetportalen zu Protestaktionen im Kreis 4 aufgerufen worden.
Hintergrund waren Solidaritätsproteste in Frankreich. Auch in Deutschland hatten Aufrufe der sogenannten Gen Z zu Protesten und Aktionen die Sicherheitsbehörden beschäftigt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Liveblog.
Die Zürcher Mobilisierung stand damit im Zusammenhang mit einer Protestwelle, die über soziale Netzwerke über Ländergrenzen hinweg verbreitet wurde.

Gegen 23 Uhr setzte sich die Menge in Richtung Helvetiaplatz in Bewegung. Die Situation eskalierte rasch. Abfallcontainer, E-Bikes und E-Scooter wurden auf die Straße gestellt und angezündet. An der Zwinglistrasse ging ein Auto in Flammen auf. Auch Schaufenster und die Scheiben einer Haltestelle der Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) wurden beschädigt.
Die Stadtpolizei rückte mit einem Großaufgebot an. Doch statt sich zurückzuziehen, griffen Randalierer die Einsatzkräfte mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern an. Die Polizei setzte Wasserwerfer, Reizstoff und Gummischrot ein. Auch die Berufsfeuerwehr musste ausrücken, um die zahlreichen Brände zu löschen.
Auch in der Schweiz gehen die "Schüler" auf die Straße. Was muss noch passieren, bis die "farbenblinden" Medien eigentlich akzeptieren, dass es ethnische Unruhen sind? https://t.co/9fcnwM4pyk
— Martin Sellner (@MartinSellner_) October 31, 2026
An der Brauerstrasse zeigte sich die ganze Verrohung der Krawallnacht. Kurz nach Mitternacht rückte eine Polizeipatrouille wegen eines medizinischen Notfalls aus. Statt die Einsatzkräfte ihre Arbeit machen zu lassen, griff ein Mob den Streifenwagen an und beschädigte ihn.
Die Polizisten mussten sich zunächst zurückziehen. Erst danach konnten sie sich um einen Teenager kümmern, der bei einem Unfall schwere Beinverletzungen erlitten hatte. Rücksichtsloser kann man sich kaum verhalten.
Zurich: Clashes in the city. Under the slogan «We are fed up» and citing the unrest in Europe, mostly hooded individuals are rioting. Police deploy water cannons, tear gas, and rubber bullets to bring situation under control. #SchoolProtests #StudentProtests https://t.co/MvWXWUWfT6
— LIVE1 (@LIVE1TV) November 1, 2026
Gegen 1:30 Uhr entspannte sich die Lage langsam. Die Kantonspolizei unterstützte die Stadtpolizei bei den Einsätzen. Wie hoch der Sachschaden ausfällt, ist noch nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen.
Die Ausschreitungen waren kein spontaner Zwischenfall ohne Vorgeschichte. Bereits im Oktober hatten gewalttätige Gruppen am Zürcher Hardplatz Polizisten mit Pflastersteinen, Glasflaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Die Stadtpolizei bezifferte den damaligen Sachschaden später auf mehrere hunderttausend Franken. Nun folgte eine weitere Nacht, in der öffentliche Infrastruktur, Privateigentum und die Sicherheit der Einsatzkräfte massiv gefährdet wurden.
Auch in Basel kam es am Samstagabend bei einer nicht genehmigten Demonstration zu Gewalt. Rund 150 Personen zogen durch die Innenstadt. Am St. Johanns-Platz wurden Barrikaden errichtet und angezündet. Der öffentliche Verkehr musste zeitweise eingestellt werden.

Alles in allem verlief die Nacht weniger gewalttätig als zunächst befürchtet. Die Boutiquen an der Bahnhofstrasse, der Apple Store im Stadtzentrum und die McDonald's-Filialen blieben unversehrt. Auch größere Schäden an den Geschäften im Zentrum blieben aus. Dazu trug der koordinierte Einsatz der Zürcher Polizei bei, die eine weitere Eskalation verhindern konnte.
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