Schweiz

Ruhe vor dem Sturm? Zürich bereitet sich auf angespannten Abend vor

Eiskalte Brise, offene Geschäfte und ungeschützte Schaufenster: Auf der Bahnhofstrasse ist von möglichen Ausschreitungen bislang nichts zu spüren.
Ruhe vor dem Sturm? Zürich bereitet sich auf angespannten Abend vorQuelle: RT © KI-generiert @Symbolbild

Hans-Ueli Läppli

Noch ist Zürich weit entfernt von den Bildern, die sich manche für diesen Samstagabend ausmalen. Eine eisige Brise zieht durch die Innenstadt, Passanten erledigen ihre Einkäufe, die Geschäfte sind geöffnet.

Auf der Bahnhofstrasse herrscht beinahe gewöhnlicher Samstagsbetrieb. Selbst die Schaufenster der grossen Geschäfte sind nicht mit Schutzplatten gesichert. Von einer Stadt im Ausnahmezustand ist nichts zu erkennen.

Doch die Ruhe könnte trügen: Für den Abend ist im Zürcher Kreis 4 eine unbewilligte Demonstration aus dem linksextremen Milieu angekündigt.

Die Aufrufe im Internet lassen wenig Gutes erwarten. Sachbeschädigungen werden nicht ausgeschlossen, sondern sogar als Teil des Protests dargestellt. Auf Barrikade.info wird eine zerbrochene Schaufensterscheibe sinngemäss zum Ausdruck des Widerstands gegen soziale Ungleichheit erklärt.

Die Bilder aus Frankreich dürften dabei eine Rolle spielen. Brennende Gebäude, geplünderte Geschäfte und Strassenschlachten mit der Polizei haben dort für erhebliche Unruhe gesorgt.

Nun kursieren auch in der Schweiz Aufrufe zu ähnlichen Aktionen. Neben Zürich ist auch Basel betroffen. Ob daraus tatsächlich eine Protestwelle nach französischem Vorbild entsteht, ist allerdings offen.

In Zürich soll die angekündigte Aktion um 22 Uhr beginnen. Die Stadtpolizei ist informiert und bereitet sich auf einen möglichen Einsatz vor. Polizeisprecher Marc Surber erklärte, die Lage werde laufend beobachtet und das Aufgebot je nach Situation angepasst. Für die Einsatzkräfte dürfte vor allem zählen, ob es bei einer Kundgebung bleibt oder ob Sachbeschädigungen und Konfrontationen folgen.

In Frankreich haben die Behörden ihre Sicherheitsvorkehrungen für das Halloween-Wochenende massiv verstärkt. Die Regierung mobilisierte 70'000 Polizisten und Gendarmen, um weitere Ausschreitungen und Plünderungen zu verhindern.

Auf der Zürcher Bahnhofstrasse ist von solchen Sicherheitsmassnahmen bislang wenig zu sehen – keine verbarrikadierten Schaufenster, keine Schutzplatten vor den Geschäften, keine grösseren Menschenansammlungen. Die Innenstadt präsentiert sich unbeeindruckt von den Ankündigungen. Eine kalte Brise fegt durch die Strassen, während sich das Leben seinen gewohnten Gang nimmt.

Mit Einbruch der Dunkelheit dürfte die Aufmerksamkeit auf Kreis 4 und die Arbeit der Polizei gerichtet sein. Noch herrscht in Zürich Ruhe. Die Hoffnung der Geschäftsinhaber und der Bevölkerung ist, dass es dabei bleibt, die Schaufenster unversehrt bleiben und die Stadt am Sonntag nicht mit den Bildern einer Krawallnacht aufwacht.

Mehr dazu: Liveticker Gen-Z-Protesttag

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