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Unter dem (persischen) Vulkan

Iran und Russland, die beide mit Sanktionen bis zum Äußersten belegt sind, agieren tatsächlich so aufeinander abgestimmt wie nie zuvor und koordinieren alles an einer gemeinsamen Front – während das verzweifelte Epstein-Syndikat in seinem selbst geschaffenen Albtraum des "ewigen Krieges" feststeckt.
Unter dem (persischen) Vulkan© Zeinab Hamzehlouei / Fars News Agency

Von Pepe Escobar

Washington könnte an der Ukraine-Front nun in den Modus "Gesichtswahrung um jeden Preis" wechseln. Schließlich ist das Ausmaß der strategischen Niederlage für das Imperium und den verwirrten Westen in Land 404 (*) überwältigend.

Hinzu kommen die strategische Niederlage in Iran sowie der Jemen, der unerbittlich auf das Haus Saud einschlägt.

Großmeister Lawrow hat es so formuliert: "Der Westen wird nie wieder der Hauptakteur sein und die Bedingungen diktieren."

Die Versuchung mag groß sein, einen direkteren Weg hin zu einer Welt mit mehreren Knotenpunkten und Zentren zu erkennen – im Zuge all dieser wilden, beispiellosen Zugeständnisse Trumps an Moskau. Aber dann ziehen die wirklich dunklen Wolken immer wieder auf.

Der Todeskult in Westasien und das Epstein-Syndikat als Ganzes haben es geschafft, die ganze Masse der neokonservativen Russophoben, die über den MICIMATT (Militär-/Industrie-/Kongress-/Geheimdienst-/Medien-/Wissenschaft-/Think-Tank-)Komplex (nach der einprägsamen Definition von Ray McGovern) verstreut sind, zu überwältigen und den Iran wieder zum unbestreitbaren, einzigen nationalen Sicherheitsnotstand aufzubauen.

Der Sieben-Punkte-Plan oder gar nichts

Die hastige, in letzter Minute organisierte Reise von Feldmarschall Asim Munir von Islamabad nach Teheran Anfang dieser Woche konnte letztendlich unmöglich irgendetwas regeln.

Munir traf sich mit wichtigen Persönlichkeiten. Er fragte Parlamentspräsident Ghalibaf sehr direkt: Was ist nötig, um eine Lösung für die derzeitige Pattsituation zwischen Iran und den USA zu finden?

Ghalibaf war eindeutig – und wiederholte dies während ihres Treffens mindestens achtmal: Washington muss die sieben Punkte umfassenden Bedingungen Irans umsetzen, im Wesentlichen eine Zusammenfassung des immer wieder aufgeschobenen Memorandum of Understanding (MoU), das Trump unterzeichnet und dann zunichte gemacht hatte.

Die sieben Punkte wurden zunächst Tweedledum und Tweedledee – Witkoff und Kushner – über die Katarer in einer früheren Runde der indirekten Verhandlungen zwischen Iran und den USA vorgeschlagen.

Präsident Peseschkian und der Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Rezai, betonten in ihren Gesprächen genau dasselbe. Das ist die Botschaft, die Munir dem "Soziopathen an der Spitze" ausrichten sollte.

Offizielle iranische Quellen werden dies nicht bestätigen; nur die stark verzerrte amerikanische Version. Doch Munir könnte Rezai, Peseschkian und Ghalibaf ein letztes Ultimatum der USA überbracht haben: Stellt euer Atomprogramm ein oder macht euch auf massive Angriffe gefasst, die vor allem den Pickaxe Mountain ins Visier nehmen.

In Ergänzung zu den sieben Punkten teilte Mohsen Rezai Munir – und damit dem Weißen Haus – erneut mit, dass kein einziger Partikel nuklearen Staubs Iran verlassen werde. Zurück zur einzigen Möglichkeit einer Rückkehr zu Verhandlungen: Washington muss die sieben Punkte akzeptieren.

Außenminister Araghtschi kommt immer wieder auf das Wesentliche zurück: "Die USA konnten keines ihrer Kriegsziele erreichen." Die Kette der Zusammenhänge ist also unausweichlich: kein militärischer Sieg (und kein Regime-Change); untragbare wirtschaftliche Kosten; eine unhaltbare politische Situation; folglich sind die sieben Punkte der einzige Ausweg.

Und obendrein setzt Teheran auf Zeit.

Parallel dazu, im Rahmen der "Jemen-Offensive", setzt auch Sanaa auf Zeit.

Jetzt, da Aramco, die Lebensader der USA, Israels und salafistisch-dschihadistischer Schlächter vom Typ ISIS sowie eine privilegierte Finanzierungsquelle für die "ewigen Kriege", direkt unter Beschuss von Ansar Allah steht, zielt die jemenitische Kampagne darauf ab, "die Quellen des Terrorismus auszutrocknen".

Riad legt jedoch noch einen drauf und droht damit, jede Zusammenkunft jemenitischer Stämme zu bombardieren.

Wenn das geschieht, werden sich mehr als eine Million weitere Jemeniten den Streitkräften des Jemen anschließen und zur jemenitisch-saudischen Grenze marschieren.

Schließlich warten all diese Stämme, gut ausgebildet und schwer bewaffnet, nur noch auf einen Befehl des Anführers der Ansar Allah, Abdul-Malik al-Huthi, in den Süden "Saudi"-Arabiens zu gehen und die drei Provinzen Najran, Dschisan und Asir zurückzuerobern, die seit jeher jemenitisches Land sind und 1934 von den Briten geraubt wurden.

Ein Preis, den sie sich nicht leisten können

Die Hölle könnte losbrechen: jetzt; bald; oder spätestens bis Ende November. Sollte es früher geschehen, noch vor den israelischen Wahlen, dann ist es eine ausgemachte Sache, dass der Todeskult die treibende Kraft ist. Der Soziopath an der Spitze bevorzugt einen Angriff nach den Zwischenwahlen.

Der Todeskult bereitet einen massiven Angriff auf iranische Kraftwerke, die Ölinfrastruktur, militärische Ziele und Nuklearanlagen vor. Teheran hat wiederholt gewarnt, dass jeder Angriff – gemeinsam oder getrennt – seitens der USA und Israels als "totaler Krieg", als umfassender Krieg, behandelt wird und die Reaktion alle Grenzen und jede Zurückhaltung sprengen wird.

Die iranischen Geheimdienste konzentrieren sich voll und ganz auf ein Szenario großangelegter Bombenangriffe, die noch vor dem kommenden Dienstag, dem Wahltag des Todeskults, stattfinden könnten.

Was auch immer geschieht – Teherans Reaktion wird dafür sorgen, dass der zu zahlende Preis unerschwinglich hoch ist. Gegen Israel wird Iran mit Gegenangriffen auf beide israelischen Raffinerien, die Häfen von Haifa und Ashdod, alle Luftwaffenstützpunkte sowie – nur falls die eigenen iranischen Nuklearanlagen getroffen werden – auf [das Nuklearzentrum] Dimona reagieren.

Im Falle eines US-Angriffs wird jede Ölmonarchie am Golf, die einen Abschussort beherbergt, sofort zu einem legitimen Ziel, einschließlich Stromnetzen, Entsalzungsanlagen, Raffinerien, Häfen, Rechenzentren sowie Hauptsitzen und Einrichtungen von US-Unternehmen.

Die Straße von Hormus würde vollständig geschlossen werden.

Der Preis für ein Barrel Öl würde durch die Decke gehen. Die Weltwirtschaft würde in eine große Depression stürzen. Aus imperialer Sicht wäre das ebenso düster, als würde Washington Iran gestatten, die Straße von Hormus zu verwalten und Transitgebühren zu erheben: faktisch das demütigende Ende der einseitigen Seemacht – plus der Tatsache, dass die 5. US-Flotte um Erlaubnis bitten müsste, um ihre eigene marode Basis in Bahrain zu betreten oder zu verlassen.

Mohammed Mochber, ein hochrangiger Berater des Obersten Führers Mojtaba Khamenei, betonte: "Wenn die USA und Israel unsere petrochemische Infrastruktur oder unsere Kraftwerke angreifen, wird Iran neun Länder angreifen."

Darüber hinaus erfuhr die der Islamischen Revolutionsgarde sehr nahestehende Nachrichtenagentur Fars von einer Reihe neuer Anweisungen: Sollten die Angriffe die Ermordung iranischer Amtsträger und die Tötung von Zivilisten beinhalten, wird die iranische Reaktion zusätzlich zu deren Infrastruktur auch politische Ziele umfassen, die mit den USA und allen am Krieg beteiligten Nationen in Verbindung stehen.

Lawrow und Araghtschi beleben das RIC-Format wieder

Inmitten von so viel Schrecken wollen wir versuchen, zumindest eine vielversprechende Entwicklung hervorzuheben.

Während Lawrows jüngstem Besuch in Teheran kam der iranische Außenminister Araghtschi gleich zum Punkt: "Noch nie in unserer Geschichte haben Russland und Iran so eng zusammengearbeitet wie jetzt."

Der zentrale operative Begriff ist "noch nie in unserer Geschichte".

Lawrow und Araghtschi sprachen über "alles von Europa bis Westasien". Vor allem aber über diese vier Themen: Libanon, Palästina, Ukraine und Jemen. Ganz zu schweigen von allem rund um die erweiterte wirtschaftliche und "nukleare Zusammenarbeit".

Wirtschaftliche Zusammenarbeit bedeutet insbesondere den INSTC – den Internationalen Nord-Süd-Transportkorridor, der drei BRICS-/Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit-Partner verbindet: Russland, Iran und Indien.

Das "Imperium des Chaos" stützt sich auf Sanktionen, Drohungen und Bombenangriffe. Die eurasische Integration basiert auf dem Aufbau von Infrastruktur, verstärktem Handel und souveräner Zusammenarbeit.

Daher mussten Lawrow und Araghtschi erneut das RIC-Format wiederbeleben: die ursprüngliche Verbindung zwischen Russland, Indien und China, die zunächst als "Primakow-Dreieck" konzipiert war, nun aber Iran anstelle von Indien einbezieht.

Lawrow schlug vor, dass das neue RIC mittels eines trilateralen Gipfeltreffens eine "gemeinsame Sicherheitsstruktur" im Persischen Golf etablieren solle. Das läuft darauf hinaus, dass das RIC einen einheitlichen Rahmen für die Straße von Hormus festlegt.

Die Reaktion des Imperiums wird ein zunehmendes Durcheinander sein. Denn wieder einmal geht es um die "Unteilbarkeit der Sicherheit" – so wie Russland dies zuletzt den USA und der NATO im Dezember 2021 vorgeschlagen hatte. Damals wurde dies mit einer Nicht-Antwort beantwortet.

Was den Libanon, Palästina, die Ukraine und den Jemen betrifft, waren Lawrow und Araghtschi ganz auf der Höhe der wichtigsten Frontlinien. Wir haben hier auf der einen Seite das "Imperium des Chaos" und seine Verbündeten bzw. Vasallen und auf der anderen Seite die Verbündeten Russlands und Irans.

Das alles hängt natürlich miteinander zusammen. Ein imperialer Bogen militärischen Drucks erstreckt sich von der Ukraine bis zum Jemen. Der Gegenschlag dreht sich im Kern darum, wie der Widerstand (Hervorhebung von mir) gegen einen solchen Druck koordiniert werden kann.

Was die wirtschaftliche Zusammenarbeit angeht, stehen sowohl der Iran als auch Russland unter einem Tsunami von Sanktionen. Ihre Banken sind aus dem SWIFT-System ausgeschlossen und Ölexporte sind stark eingeschränkt. Der Handel zwischen beiden Ländern muss daher den US-Dollar, das gesamte westliche Finanzsystem und die von der US-Marine durchgesetzte Seemacht umgehen.

Das Know-how zur Umgehung von Sanktionen ist etwas, das Iran und Russland mit dem gesamten Globalen Süden teilen könnten – über Regelungen in lokalen Währungen, Tauschhandel, Landkorridore, den Internationalen Nord-Süd-Transportkorridor und den Handel über das Kaspische Meer.

Und das bringt uns erneut zur Straße von Hormus – die Iran kontrolliert. Die Ölmonarchien am Golf drehen völlig durch.

Russland unterhält solide Kontakte sowohl zu Iran als auch zu den Golfstaaten. Lawrow agiert in Übereinstimmung mit ihnen. Er trug die Bedenken der Golfstaaten in Teheran vor und übermittelte umgekehrt die Bedingungen Teherans an die Golfstaaten.

Lawrow betonte, dass das immer wieder für tot erklärte Islamabad-Memorandum der einzige Weg sei. Genau das, was Xi Trump im Oval Office gesagt hatte. Genau das, was die iranische Führung Asim Munir in Teheran gesagt hatte.

Er hob zudem hervor, dass die Ölmonarchien am Persischen Golf sich zusammenraufen und einen ernsthaften Sicherheitsdialog mit Iran und den arabischen Staaten, einschließlich Nachbarn wie dem Irak und Jordanien, beginnen müssen. Die Arabische Liga, die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) und die ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats sollten mit einbezogen werden.

Und wieder: die Unteilbarkeit der Sicherheit.

Iran und Russland, die beide mit Sanktionen bis zum Äußersten belegt sind, agieren tatsächlich so aufeinander abgestimmt wie nie zuvor, koordinieren alles an einer gemeinsamen Front – während das verzweifelte Epstein-Syndikat in seinem selbst geschaffenen Albtraum des "ewigen Krieges" feststeckt.

Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín

(*) "Land 404": abgeleitet von der gängigen Internet-Fehlermeldung "404 – Seite nicht gefunden". Gemeint ist die Ukraine.

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