Liveticker Ukraine-Krieg: Lawrow macht Europäer für Scheitern der Anchorage-Einigung verantwortlich

31.10.2026 12:35 Uhr
12:35 Uhr
Ukrainische Drohne greift Haus im russischen Grenzgebiet Brjansk an: Zwei Tote
Gouverneur Jegor Kowaltschuk meldet auf der Plattform Telegram mehrere Opfer der jüngsten ukrainischen Attacken auf das russische Grenzgebiet Brjansk. Wie der Politiker schreibt, habe eine gegnerische Drohne ein Einfamilienhaus in der Siedlung Klimowo getroffen und dabei eine 30-jährige Frau und einen 41-jährigen Mann getötet. Der Gouverneur drückt den Angehörigen der Todesopfer sein tiefes Beileid aus. Fünf weitere Einwohner – vier Frauen und ein Mann – seien verletzt worden.
Außerdem berichtet Kowaltschuk über ukrainische Angriffe auf die Ortschaften Pogar und Woronok, bei denen eine 73-jährige Frau, ein 19-jähriger Mann und ein 40-jähriger Mann zu Schaden gekommen seien. Die Verletzten seien ärztlich versorgt worden.
Nach Angaben von Kowaltschuk habe die russische Luftabwehr über der Region 29 ukrainische Drohnen abgefangen.
12:07 Uhr
Zwei Verletzte und Schäden bei ukrainischen Artillerie- und Drohnenangriffen auf Grenzgebiet Kursk
Die ukrainischen Streitkräfte setzen ihre Attacken auf das russische Grenzgebiet Kursk fort. Gouverneur Alexander Chinstein berichtet in der täglichen Statistik auf der Plattform MAX über zahlreiche Artillerie- und Drohnenangriffe auf die Region. Wie der Politiker mitteilt, seien im Zeitraum von 7 Uhr am 30. Oktober bis 7 Uhr am 31. Oktober (MEZ) 143 ukrainische Drohnen abgeschossen worden. Zudem habe die gegnerische Artillerie in dieser Zeit 27-mal grenznahe evakuierte Ortschaften unter Beschuss genommen. Es habe darüber hinaus zwölf Angriffe gegeben, bei denen unbemannte Luftfahrzeuge Sprengsätze auf Objekte im Gebiet Kursk abgeworfen hätten.
Chinstein meldet keine Todesopfer unter der Zivilbevölkerung, berichtet aber über zwei Verletzte. Bei ihnen handele es sich um einen 64-jährigen Einwohner der Siedlung Tschernizyno und einen 45-jährigen Einwohner der Stadt Lgow. In acht Ortschaften des Bezirks Rylsk sei die Stromversorgung gestört worden. Darüber hinaus seien in den Ortschaften Rylsk, Wyssokonskije Dwory, Alexandrowka, Ilek und Tschernizyno insgesamt drei Einfamilienhäuser, ein Verwaltungsgebäude, eine Garage, ein Mähdrescher, zwei Busse, zwei Lkw und ein Auto zerstört oder beschädigt worden.
11:39 Uhr
Frontbericht des russischen Verteidigungsministeriums

SymbolbildSERGEI BOBYLJOW / Sputnik Das russische Verteidigungsministerium berichtet über den weiteren Verlauf der militärischen Sonderoperation in der Ukraine in den vergangenen 24 Stunden. Wie die Militärbehörde am Samstag auf der Plattform MAX schreibt, habe der Truppenverband Nord günstigere Stellungen bezogen und ukrainische Einheiten in der Nähe der Ortschaften Duwanka, Welikije Prochody, Zupowka, Martowoje und Weliki Burluk im Gebiet Charkow sowie der Ortschaften Choten, Welikaja Rybiza, Ossojewka und Gniliza und der Stadt Sumy im gleichnamigen Gebiet getroffen. Der Gegner habe mehr als 270 Armeeangehörige verloren. Darüber hinaus seien ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug und acht Autos außer Gefecht gesetzt worden.
Der Truppenverband West habe ebenfalls seine Position an der vordersten Linie verbessert, indem er Personal und Technik des Gegners im Raum der Ortschaften Monatschinowka, Smorodkowka, Gluschtschenkowo und Studenok im Gebiet Charkow sowie Bogoroditschnoje in der Volksrepublik Donezk (DVR) getroffen habe. Dabei seien mehr als 210 ukrainische Soldaten getötet oder verletzt worden. Das russische Militär habe außerdem ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug, 21 Autos, zwei Geschütze und vier Anlagen der elektronischen Kampfführung zerstört.
Auch der Truppenverband Süd habe seine taktische Position verbessert und dabei ukrainische Einheiten nahe den Ortschaften Slawjansk, Kramatorsk, Druschkowka, Wassilewskaja Pustosch, Semjonowka und Nikolajewka in der DVR getroffen. Das russische Ministerium beziffert die gegnerischen Personalverluste auf bis zu 190 Kämpfer. Der Gegner habe zudem einen Transportpanzer, zwei gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, 20 Autos und eine Selbstfahrlafette verloren.
Der Truppenverband Mitte habe ebenfalls günstigere Positionen bezogen, indem er Personal und Technik der ukrainischen Streitkräfte in der Nähe der Ortschaften Beloserskoje, Schilowka, Andrejewka, Roganskoje und Starowarwarowka in der DVR sowie Nowopawlowka und Meschewaja im Gebiet Dnjepropetrowsk getroffen habe. Der Gegner habe bis zu 340 Armeeangehörige verloren. Dabei seien sechs gepanzerte Gefechtsfahrzeuge, zehn Autos, zwei Geschütze und eine Anlage der elektronischen Kampfführung zerstört worden.
Der Truppenverband Ost setze seinen Vormarsch fort und habe zuletzt ukrainische Einheiten im Raum der Ortschaften Sergejewka, Barwinowka, Wassilewskoje, Tersjanka und Wolnjanka im Gebiet Saporoschje getroffen. Die Militärbehörde in Moskau schätzt die gegnerischen Personalverluste auf bis zu 190 Kämpfer. Ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug, acht Autos und eine Anlage der elektronischen Kampfführung seien außer Gefecht gesetzt worden.
Auch der Truppenverband Dnjepr habe seine Position an der vordersten Linie verbessert und ukrainische Einheiten nahe den Ortschaften Orechow, Jurkowka und Preobraschenka im Gebiet Saporoschje getroffen. Dabei seien bis zu 20 ukrainische Soldaten getötet oder verletzt worden. Das russische Militär habe darüber hinaus fünf Autos zerstört.
Ferner meldet das Ministerium in Moskau erfolgreiche Luft-, Drohnen-, Raketen- und Artillerieangriffe auf Einrichtungen der Verkehrsinfrastruktur, die der Gegner zu militärischen Zwecken benutze, Drohnenbasen, Munitionslager und 148 Standorte mit ukrainischen Soldaten und ausländischen Söldnern. Zudem habe die russische Luftabwehr in den letzten 24 Stunden eine Lenkbombe, vier Flamingo-Marschflugkörper, zwei Neptun-Langstreckenraketen und 604 Drohnen abgefangen.
Nach russischen Angaben habe die Ukraine seit Beginn der Sonderoperation am 24. Februar 2022 insgesamt 674 Flugzeuge, 284 Hubschrauber, 276.332 Drohnen, 672 Flugabwehrraketenkomplexe, 31.467 Kampfpanzer und andere Panzerfahrzeuge, 1.794 Mehrfachraketenwerfer sowie 36.845 Geschütze und Mörser verloren.
11:06 Uhr
EU-Außenbeauftragte Kallas fordert in USA weiteren Druck auf Russland
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas hat beim G20-Außenministertreffen in den USA weiteren Druck auf Moskau gefordert, insbesondere für eine Waffenruhe im Schwarzen Meer. Am Freitag sagte die Estin der Nachrichtenagentur AFP:
"Für uns ist ganz klar, dass der Druck auf den Aggressor ausgeübt werden muss, um diesen Krieg zu beenden."
Auf die Frage, ob der russische Außenminister Sergei Lawrow, der ebenfalls am G20-Außenministertreffen teilnahm, Anzeichen für ein Einlenken gezeigt habe, antwortete Kallas mit einem "Nein". Mit Blick auf die russische Führung sagte die EU-Chefdiplomatin:
"Selbst wenn sie dies mit Worten behaupten würden, sprechen ihre Taten eine andere Sprache."
Die Monate Juli, August und September seien für Zivilisten in der Ukraine die tödlichsten gewesen. Moskau müsse "mit Taten zeigen", dass es zu Verhandlungen bereit sei, fügte Kallas hinzu.
Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul forderte Russland auf, das Angebot der Ukraine zu einer Waffenruhe anzunehmen, zunächst im Schwarzen Meer.
10:40 Uhr
Vier Verletzte bei ukrainischen Angriffen auf 60 Ortschaften im Gebiet Belgorod
Der Krisenstab des russischen Grenzgebiets Belgorod veröffentlicht jeden Tag auf Telegram Statistiken über ukrainische Angriffe auf Siedlungen in der Region. Aus dem heutigen Eintrag geht hervor, dass das ukrainische Militär in den letzten 24 Stunden 60 Ortschaften in acht Bezirken angegriffen habe. Der Gegner habe mindestens 70 Geschosse abgefeuert und 366 Drohnen eingesetzt, von denen 233 abgeschossen worden seien.
In der Statistik wird auch über Opfer unter der Zivilbevölkerung berichtet. Beim Angriff einer gegnerischen Drohne auf ein Landwirtschaftsfahrzeug habe ein Einwohner der Siedlung Puljajewka Verletzungen erlitten. Ein weiterer Mann sei in der Siedlung Chotmyschsk zu Schaden gekommen, als eine ukrainische FPV-Drohne sein Auto attackiert habe. Seine Ehefrau sei ebenfalls verletzt worden. Eine Einwohnerin der Stadt Schebekino habe Verletzungen erlitten, als in ihrer Nähe eine Drohne detoniert sei. Außerdem habe eine Einwohnerin der Siedlung Dalnjaja Igumenka ärztliche Hilfe in Anspruch genommen, nachdem sie in der Nacht zum 30. Oktober ein Barotrauma des Ohres erlitten habe. In der Stadt Schebekino sei darüber hinaus die Leiche eines Mannes entdeckt worden, den eine FPV-Drohne getötet habe. Wann genau sich die Attacke ereignet habe, sei noch ungewiss.
Der Krisenstab meldet zudem viele Sachschäden. Demnach seien in den letzten 24 Stunden vier Mehrfamilienhäuser, 18 Einfamilienhäuser, zwei Betriebe, zwei soziale Einrichtungen, ein Infrastrukturobjekt, zwei Garagen, eine Stromleitung, ein Landwirtschaftsfahrzeug, ein Lkw und 17 Autos zerstört oder beschädigt worden.
10:08 Uhr
Humanitäre Mission in Aljoschki abgeschlossen – Zivilisten erfolgreich evakuiert

Die humanitäre Mission in der Stadt Aljoschki im Gebiet Cherson ist erfolgreich abgeschlossen worden. Wie die russische Menschenrechtsbeauftragte Jana Lantratowa mitteilte, seien Zivilisten in einem Konvoi aus 25 Bussen und neun Rettungswagen evakuiert worden. Zudem seien Lebensmittel, Hygieneartikel und weitere Hilfsgüter an die Bevölkerung verteilt worden.
Der Politblogger Thomas Röper begleitete die humanitäre Mission vor Ort und berichtete über die Vorbereitungen sowie den Ablauf der Evakuierung. Seine Reportage gibt es hier auf unserer Website zu sehen.
09:37 Uhr
Russische Luftabwehr zerstört in der Nacht 433 ukrainische Drohnen
Russlands Verteidigungsministerium berichtet am Samstagmorgen über weitere Versuche der ukrainischen Streitkräfte, Objekte in Russland mit unbemannten Luftfahrzeugen anzugreifen. Demnach habe die russische Luftabwehr in der vergangenen Nacht 433 gegnerische Drohnen abgefangen. Wie die Militärbehörde auf Telegram schreibt, seien die unbemannten Luftfahrzeuge über den Gebieten Belgorod, Brjansk, Kursk, Kaluga, Tula, Orjol, Lipezk, Woronesch, Smolensk, Tambow, Wolgograd, Rostow, Pensa, Samara, Saratow, Orenburg und Uljanowsk sowie über den Teilrepubliken Tatarstan und Baschkortostan zerstört worden. Weitere Einzelheiten teilt das Ministerium nicht mit.
09:10 Uhr
Lawrow macht Europäer für Scheitern der Anchorage-Vereinbarungen verantwortlich
In den Beziehungen zwischen Russland und den USA gibt es nach den Worten des russischen Außenministers Sergei Lawrow bisher keine Entspannung. Am Rande des G20-Außenministertreffens in Atlanta im US-Bundesstaat Georgia hat der Minister erklärt, man sollte sich keine Illusionen hinsichtlich des Diesel-Deals zwischen Moskau und Washington machen.
"In der Praxis sind bislang keine wirklichen Fortschritte in den Beziehungen zu den USA zu erkennen. Die grundlegenden Fragen werden nicht gelöst, die Sanktionen dauern an."
Mit Blick auf die bevorstehenden Dreiergespräche der Ukraine, der USA und Russlands in den kommenden Tagen sagte Lawrow, die Positionen seien ebenfalls klar. Dabei kritisierte er die Haltung der Europäer.
"Sie versuchen, sich in den Friedensverhandlungsprozess in der Ukraine einzumischen."
Unter anderem machte der Minister die Europäer für das Scheitern der Anchorage-Vereinbarungen, welche die Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump bei ihrem persönlichen Treffen im August 2025 im US-Bundesstaat Alaska erreicht hatten, verantwortlich. Die US-Regierung sei wegen der "empörenden Tätigkeit der Europäer" außerstande gewesen, ihre eigenen Vorschläge durchzusetzen. Denn die Europäer hätten Trump davon überzeugt, dass er nicht auf seiner eigenen Initiative beharren sollte.
08:32 Uhr
Russland greift Wärmekraftwerk, Industriegelände und Schiff in Ukraine an
Russlands Verteidigungsministerium berichtet am Samstagmorgen über weitere Angriffe auf Ziele in der Ukraine, die vom Gegner genutzt werden sollen. Wie die Militärbehörde in Moskau auf Telegram schreibt, seien bei den Attacken Langstreckendrohnen eingesetzt worden. Als getroffene Ziele nennt das Ministerium ein Wärmekraftwerk in der Hauptstadt Kiew, das Objekte der Militärlogistik und Waffenlager mit Strom versorge, ein Industriegelände, auf dem man Waffenkomponenten hergestellt habe, und Lagerhäuser in Charkow. Zudem sei 18 Kilometer südlich des ukrainischen Schwarzmeerhafens Odessa ein Frachtschiff getroffen worden, das Militärgüter an Bord gehabt habe. Weitere Details gibt die russische Militärbehörde nicht bekannt.
08:05 Uhr
Selenskij reist zu Gespräch mit Erdoğan nach Istanbul
In seiner abendlichen Videoansprache hat Wladimir Selenskij angekündigt, er werde nach viereinhalb Jahren Krieg gegen Russland "wichtige Verhandlungen" in der Türkei führen. Beim diplomatischen Treffen gehe es um eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts, erklärte der Politiker.
"Wir gehen davon aus, dass wir im November in der Lage sein werden, zu den Formaten überzugehen, die schon so lange diskutiert werden."
Der Kommunikationschef des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan bestätigte auf der Plattform X, Selenskij werde seinen Amtskollegen am Samstag in der Türkei treffen.
Die Türkei hatte zuvor mehrfach ihre Unterstützung bei der Vermittlung von Gesprächen zwischen den USA, Russland und der Ukraine über ein Kriegsende angeboten.
Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.
Am 24. Februar kündigte der russische Präsident Wladimir Putin an, gemeinsam mit den Streitkräften der Donbass-Republiken eine militärische Spezialoperation in der Ukraine zu starten, um die dortige Bevölkerung zu schützen. Die Ziele seien, die Ukraine zu entmilitarisieren und zu entnazifizieren. Die Ukraine spricht von einem Angriffskrieg. Noch am selben Tag rief der ukrainische Präsident Wladimir Selenskij im ganzen Land den Kriegszustand aus.
Der Westen verurteilte den Angriff, reagierte mit neuen Waffenlieferungen, versprach Hilfe beim Wiederaufbau und verhängte Sanktionen gegen Russland.
Auf beiden Seiten des Konfliktes sind zahlreiche Soldaten und Zivilisten getötet worden. Moskau und Kiew haben sich gegenseitig verschiedener Kriegsverbrechen beschuldigt. Tausende Ukrainer sind mittlerweile aus ihrer Heimat geflohen.

