
Multinationale Ukraine-Truppe: Elf Länder nehmen an der ersten Übung teil

In der kommenden Woche beginnt unter der Führung Großbritanniens und Frankreichs die erste Großübung der Multinationalen Truppe für die Ukraine (The Multinational Force Ukraine), einer europäischen Streitmacht der sogenannten "Koalition der Willigen". Wie der Pressedienst der britischen Regierung am Dienstag mitteilte, sind daran elf Staaten beteiligt – Belgien, Estland, Frankreich, Deutschland, Litauen, die Niederlande, Polen, Spanien, Schweden, die Türkei und Großbritannien.
Das gemeinsame Militärmanöver namens "Koalicja" findet vom 9. November bis zum 22. November in Polen unter der Teilnahme von 2.800 Soldaten statt. Dabei wird erprobt, wie ein Truppenkontingent – das nach dem Ende der Kämpfe beim Wiederaufbau der ukrainischen Streitkräfte helfen soll – verlegt, geschützt und versorgt werden kann. Ziel sei es, den Prozess zur "Sicherung eines dauerhaften Friedens in der Ukraine" nach Ende des Krieges zu üben.
Das Manöver umfasst das Üben der Verlegung von Personal, Ausrüstung und Versorgungsgütern sowie die Bewertung, wie verschiedene Einheiten als ein multinationaler Verband effektiv zusammenwirken können. Die Übungen sollen demonstrieren, dass die multinationalen Kräfte eine "kampffähige und sofort einsatzbereite" Streitmacht darstellten, sagte der britische Generalleutnant Tom Bateman, der die multinationale Truppe leitet.
300 britische Militärangehörige werden an Übungen zu Lande, in der Luft und zur See teilnehmen, präzisierte die Regierung. Typhoon-Kampfflugzeuge der Royal Air Force sowie ein Voyager-Tankflugzeug werden im Einsatz sein. Neben den Land- und Luftkomponenten des Manövers werden türkische Streitkräfte in Istanbul die maritime Komponente der Multinationalen Truppe für die Ukraine üben, hieß es weiter. Dabei sollen Verfahren zur Seeminenräumung erprobt werden, um eine Rückkehr zur sicheren Handelsschifffahrt in den ukrainischen Häfen zu ermöglichen.

In der Stellungnahme wird zudem darauf hingewiesen, dass der Einsatz der multinationalen Kräfte nur nach der Einstellung der Kampfhandlungen und auf Ersuchen der ukrainischen Regierung möglich sei. Darüber hinaus werde das Kontingent keine friedenserhaltenden Aufgaben übernehmen oder die Einhaltung des Waffenstillstands überwachen.
Moskau hat sich wiederholt gegen jegliche Szenarien der Beilegung des Konflikts ausgesprochen, die die Stationierung von Truppen unter Beteiligung von NATO-Staaten in der Ukraine vorsehen. Das russische Außenministerium warnte, dass das Auftauchen westlicher Einheiten, militärischer Objekte, Depots und sonstiger Infrastruktur als "ausländische Intervention" betrachtet werde, die eine "unmittelbare Bedrohung" für Russlands Sicherheit darstellen werde. Das russische Militär werde solche Objekte als legitime Ziele betrachten.
Der Kreml-Sprecher Dmitri Peskow bezeichnete eine mögliche Stationierung eines europäischen Kontingents in der Ukraine als inakzeptabel. "Für uns ist das absolut inakzeptabel. Solche Handlungen können wir nicht zulassen. Und genau deshalb, damit sich keine NATO-Truppen auf ukrainischem Territorium befinden, wird die militärische Sonderoperation durchgeführt", betonte er.
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