Europa

Proteste in Frankreich: Laut Innenministerium 1.314 Festnahmen und 53 verletzte Sicherheitskräfte

Nach Angaben des Innenministeriums waren am Samstag 410.000 Demonstranten in Frankreich auf den Straßen, nach Angaben der Gewerkschaft CGT 800.000. In einigen Orten kam es erneut zu Plünderungen.

In Frankreich haben laut Innenministerium landesweit 410.000 Menschen an Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und die Regierung von Emmanuel Macron teilgenommen. Nach Angaben der organisierenden Gewerkschaften waren es mehr als 800.000 an diesem Samstag – davon allein 250.000 Menschen in Paris. Das berichtet Le Figaro am Sonntag.

In vielen Innenstädten blieben die Geschäfte geschlossen – auch in Städten wie Lyon und Marseille, in denen die Proteste verboten worden waren. In Paris, Lyon, Nizza und Nantes kam es schon ab frühen Nachmittag zu Auseinandersetzungen zwischen Protestierenden und Sicherheitskräften. Landesweit wurden dabei 1.314  Personen festgenommen. Auch in Caen in der Normandie, in Rennes in der Bretagne und im Südwesten in Toulouse und Perpignan gab es Protestmärsche. In einigen Orten wie Paris und Lyon setzte die Polizei Tränengas ein – in der Hauptstadt wurde die Demo-Route durch die Behörden laut euronews mehrfach geändert.

Das Innenministerium wies zuvor die Präfekten an, Kontrollen in Bahnhöfen und auf wichtigen Verkehrsachsen zu verstärken. Sicherheitskräfte sollen Ausrüstung aufspüren, die bei Ausschreitungen eingesetzt werden könnte, und prüfen, ob die Bewegungsfreiheit von Personen mit hohem Gefährdungspotenzial eingeschränkt werden muss.

Möglich waren dabei auch Sperrungen einzelner Angebote des öffentlichen Nahverkehrs. In einigen Orten wie im nordfranzösischen Lille gab es begrenzte Ausgangssperren. In Marseille wurden mindestens sieben Geschäfte geplündert und beschädigt.

Der linke Präsidentschaftskandidat Jean-Luc Mélenchon, der an der Demonstration in Paris teilnahm, sagte mit Blick auf die Proteste, Präsident Emmanuel Macron müsse einsehen, "dass sich das jede Woche wiederholen" werde. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International kritisierte die Versammlungsverbote und prangerte "eine Entwicklung hin zu autoritären Praktiken" an.

Vor allem junge Menschen – oft mit Migrationshintergrund – treibt es auf die Straßen. Wie in vielen anderen EU-Staaten sind auch in Frankreich die Lebenshaltungskosten seit der Corona-Krise enorm gestiegen, während die Wirtschaft immer weniger wächst und Arbeitsplätze parallel abgebaut werden.

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