
SVP auf Rekordkurs: Auch die Schweiz erlebt den Aufschwung der nationalen Kräfte

Die SVP nähert sich der 30-Prozent-Marke, die AfD hat in Deutschland ihr bisher bestes Bundestagswahlergebnis erzielt, die FPÖ wurde in Österreich stärkste Partei und Marine Le Pen hat die Rassemblement National (RN) zu einer zentralen Kraft der französischen Politik gemacht. Europas patriotische Parteien gewinnen an Zuspruch.

Das neue SRG-Wahlbarometer bestätigt diesen Trend für die Schweiz. Während die SVP auf einen historischen Rekord zusteuert, verlieren FDP und Mitte an Rückhalt.
In dem Alpenland voten 29,9 Prozent für die SVP. Laut der Sotomo-Umfrage im Auftrag der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) liegt sie damit zwei Prozentpunkte über ihrem Ergebnis bei den Nationalratswahlen 2023. Ihr bisheriger Rekord von 29,4 Prozent aus dem Jahr 2015 wäre übertroffen. Die SP kommt auf 19,3 Prozent, die FDP auf 13,3 Prozent und die Mitte auf 12,6 Prozent. Die Grünen erreichen 10,3 Prozent. Zusammen liegen FDP und Mitte mit 25,9 Prozent vier Punkte hinter der SVP allein.

Der Schweizer Trend passt ins europäische Bild. Die AfD erreichte bei der Bundestagswahl 2025 20,8 Prozent, die FPÖ gewann die österreichische Nationalratswahl 2024 mit 28,8 Prozent. In Frankreich prägt Marine Le Pen mit der RN den politischen Wettbewerb. Die Parteien unterscheiden sich zwar in ihren Programmen und nationalen Rahmenbedingungen, jedoch eint sie der Anspruch, nationale Interessen, strengere Migrationsregeln und politische Eigenständigkeit stärker zu gewichten.
Die SVP setzt seit Jahren auf Zuwanderung, Asylpolitik, nationale Souveränität und ein eigenständiges Verhältnis zur EU. Diese klare Ausrichtung bindet Wähler, die eine stärkere Kontrolle der Einwanderung und mehr Unabhängigkeit von internationalen Institutionen fordern. Auch AfD, FPÖ und Le Pens Partei sprechen Menschen an, die sich von den etablierten Kräften nicht ausreichend vertreten fühlen. Ihre Wahlergebnisse zeigen, dass diese Parteien längst feste Größen ihrer nationalen Politik sind.
Mamas Liebling auf dem Weg nach oben: Fiala fördert Silberschmidt, die FDP verliert an Boden
Die Verluste der FDP stehen dazu im Kontrast. Die FDP fällt auf 13,3 Prozent und würde damit ihr schwächstes Nationalratswahlergebnis erzielen.

Die FDP hat nicht nur Wähler verloren, sondern sich in einem Sumpf aus Eitelkeit, Selbstvermarktung und persönlichen Seilschaften verfangen.
Statt politischer Leistung scheinen gute Kontakte und die Nähe zu einflussreichen Parteigrößen den Aufstieg zu erleichtern. Inside Paradeplatz bezeichnete Andri Silberschmidt als Liebling von Doris Fiala und kritisierte die Personalpolitik der Zürcher FDP.
Im April 2026 nominierte die Partei Silberschmidt für die Zürcher Regierungsratswahl 2027.
Doch ein bekannter Name und gute Beziehungen ersetzen keine überzeugende politische Leistung. Schweizer haben wenig übrig für Möchtegerns, die nach Macht streben, bevor sie etwas vorzuweisen haben.
Der Freisinn muss sich fragen lassen, ob er noch die Anliegen seiner Wähler vertritt oder vor allem mit der Vermarktung seines eigenen Personals beschäftigt ist. Vitamin B mag Türen öffnen, verlorenes Vertrauen gewinnt man damit nicht zurück.

Die Mitte verliert anderthalb Punkte und kommt auf 12,6 Prozent. Der Freisinn beruft sich auf wirtschaftliche Freiheit, Unternehmertum und Eigenverantwortung.
Doch diese traditionellen Werte allein überzeugen immer weniger Wähler. Bei Zuwanderung, Regulierung, steigenden Kosten und dem Verhältnis zur EU benötigt die Partei eine klar erkennbare Linie.
Die SVP hat 2026 mehrere Abstimmungen verloren, darunter jene über die SRG-Halbierungsinitiative, die Initiative gegen eine Schweiz mit zehn Millionen Einwohnern und die Neutralitätsinitiative. Trotzdem erreicht sie im Wahlbarometer 29,9 Prozent. Das ist kein Widerspruch. Wähler können eine Partei grundsätzlich unterstützen und einzelne ihrer Vorlagen ablehnen.
Auch SP und Grüne legen zu. Die SP kommt auf 19,3 Prozent, die Grünen auf 10,3 Prozent. Die Umfrage zeigt daher keinen einseitigen Rechtsruck, sondern eine stärkere Polarisierung. Die politischen Lager mobilisieren ihre Anhänger, während FDP und Mitte stark an Gewicht verlieren. Parteien mit klar erkennbaren Positionen können ihre Wählerschaft besser binden als Kräfte, deren Rolle zwischen den Lagern zunehmend schwer zu vermitteln ist.
Bis zu den Nationalratswahlen am 24. Oktober 2027 bleibt ein Jahr. Die Umfrage garantiert der SVP keinen neuen Rekord an der Urne. Sie zeigt jedoch, dass die Partei ihre Spitzenposition festigt, während FDP und Mitte unter Druck stehen.
Von Bern über Berlin bis Wien und Paris haben patriotische Parteien eine starke Stellung erreicht. Ihr Zuspruch verweist auf die Bedeutung von Souveränität, kontrollierter Zuwanderung und nationalen Interessen. Die politische Mitte muss darauf überzeugende Antworten finden.
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