Russland

"Keine politischen Zugeständnisse" – Lawrow dämpft US-Erwartungen vor heutigem Witkoff-Treffen

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff wird nach seinen Oslo-Gesprächen heute in Sankt Petersburg erwartet. Russlands Außenminister Sergei Lawrow erklärte vor dem Start der Konsultationen, dass Moskau hinsichtlich potenzieller US-Vorschläge keine politischen Zugeständnisse machen werde.
"Keine politischen Zugeständnisse" – Lawrow dämpft US-Erwartungen vor heutigem Witkoff-TreffenQuelle: Gettyimages.ru

Wie russische Nachrichtenagenturen am Morgen bestätigend berichten, wurde der US-Gesandte der Trump-Administration, Steve Witkoff, am Flughafen Pulkowo von Kreml-Berater Kirill Dmitrijew empfangen. Laut Agenturmeldungen soll er dann im Verlauf des Mittwochs mit Präsident Wladimir Putin zusammentreffen. Witkoff wird nach seinem Oslo-Gespräch mit Kiews Präsident Wladimir Selenskij demnach "einen aktualisierten Vorschlag zur Beendigung des Krieges in der Ukraine unterbreiten", so Darlegungen eines ungenannten US-Beamten gegenüber dem US-Portal Axios.

Witkoff wird heute zusammen in Sankt Petersburg zu Ukraine-Konsultationen erwartet. Russland wird die möglichen Vorschläge des Sonderbeauftragten laut Aussage des russischen Außenministers Sergei Lawrow "prüfen, sofern sie wirtschaftlich vorteilhaft sind". Gleichzeitig, so der Diplomat, würde der Kreml jedoch keine politischen Zugeständnisse machen. Dies erklärte der Außenminister in Moskau im Rahmen einer Veranstaltung vor Hochschulabsolventen für den diplomatischen Dienst.

Lawrows Darlegungen erfolgten vor dem Hintergrund der gestrigen Verhandlungsrunde von Kiew-Unterstützern in Oslo, dies in Anwesenheit einer US-Delegation mit Witkoff. Der US-Sondergesandte Jared Kushner nahm demnach "digital teil".

Die Delegation aus Kiew habe laut Reuters-Informationen bei den Gesprächen in der norwegischen Hauptstadt, an denen auch die Regierungschefs Norwegens und Finnlands sowie Vertreter der EU und der NATO teilnahmen, "neue Ideen und Vorschläge eingebracht". Im Anschluss seien "bedeutende Fortschritte auf dem Weg zu einem koordinierten Vorgehen im Umgang mit Russland erzielt" worden, so Reuters ungenannte Teilnehmer zitierend.

Russlands Außenminister erklärte gestern vor den zukünftigen Diplomaten hinsichtlich der Dynamiken und einer möglichen Erwartungshaltung Washingtons bei dem heutigen Gespräch in Sankt Petersburg:

"Mal sehen, was sie vorschlagen. Wenn sie etwas vorschlagen, das für uns wirtschaftlich und finanziell vorteilhaft ist, warum dann nicht? Dies muss jedoch ohne jegliche politische Zugeständnisse unsererseits erfolgen, ohne politisches Wohlwollen zu erwarten, welches uns in weltpolitischen Angelegenheiten 'hilfreich sein könnte'. Man darf sich nur auf sich selbst verlassen."

Der Pressesprecher des Kremls, Dmitri Peskow, hatte zuvor in dieser Woche gegenüber Journalisten erklärt, dass Moskau auch weiterhin "die Vermittlungsbemühungen der amerikanischen Unterhändler sehr schätzen" würde.

Die New York Times (Bezahlschranke) berichtete vor dem gestrigen Zusammentreffen in Norwegen, dass die US-Seite demnach bei den Gesprächen versuchen werde, den ukrainischen Präsidenten davon zu überzeugen, "im Interesse einer Einigung mit Russland territoriale Zugeständnisse zu machen".

Die Washington Post (Bezahlschranke) berichtete wörtlich zu dem Treffen, dass trotz "sich zuspitzender politischer Krise" am Dienstag in Oslo vermeintlich "gute Laune herrschte, da Selenskij sich bemühte, optimistisch zu wirken".

So hätte der ukrainische Präsident bei einem ersten Fototermin den US-Gesandten Witkoff "etwas steif umarmt und überreichte dem Trump-Gesandten später eine Auszeichnung". In einem X-Beitrag informierte Selenskij am Morgen darüber, dass er vor dem Treffen ein "konstruktives Gespräch" mit US-Außenminister Marco Rubio geführt hätte, um auf X zu erklären: "Ich bin dankbar für seine Bereitschaft zu helfen und seine klare Haltung."

Laut Reuters-Artikel hätte Selenskij dann auf einer Pressekonferenz nach den Konsultationen vor Journalisten erklärt, dass Kiew demnach "erneut Vorwarnungen vor russischen Raketenangriffen erhalten wird".

Mehr zum Thema – Washington: Keine Übergabe von Patriot-Raketen an Kiew durch Drittstaaten

 

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.