Russland

Bonhams-Auktion: Werke der sowjetischen Underground-Szene zu Rekordpreisen ersteigert

Die Kunstwelt erlebt eine weitere Sensation. Trotz aller Hindernisse erfreut sich russische und sowjetische Kunst weiterhin großer Beliebtheit bei Sammlern. Dies belegen die Ergebnisse der jüngsten Auktionen des renommierten Auktionshauses Bonhams.
Bonhams-Auktion: Werke der sowjetischen Underground-Szene zu Rekordpreisen ersteigertQuelle: Sputnik © RIA Nowosti / Sergei Pjatakow

Die soeben bei Bonhams erfolgreich durchgeführte Versteigerung mit Werken führender Vertreter des sowjetischen Nonkonformismus hat einen besonderen Rekord aufgestellt. Bei der Online-Auktion wurden 65 Werke aus der Sammlung von Eric Peschler angeboten, die fast vollständig verkauft wurden. Der Gesamtbetrag belief sich auf über 1 Million Euro. Die Fachzeitung The Art Newspaper schreibt:

"An der Spitze standen Werke von Grischa Bruskin. Das Gemälde 'Loggien' (1986) wurde für 254.400 Euro verkauft, mehr als dreimal so viel wie die Obergrenze der Schätzung. Das darauf folgende Werk 'Loggien. Skizze zum Fundamentalen Lexikon' (1986) wurde für 152.800 Euro verkauft, bei einer Schätzung von 30.000 bis 40.000 Euro. 'Alphabet' erzielte 76.600 Euro.

Auch um die Werke von Dmitri Krasnopewzew entbrannte ein heftiger Bieterwettstreit. Das Gemälde 'Stillleben mit Baum und Töpfen' wurde für 63.900 Euro verkauft, 'Stillleben mit zerbrochener Vase' für 53.740 Euro. Die frühe und seltene Komposition 'Stillleben mit Glasflaschen und Gläsern' (1957) ging für 43.500 Euro weg und übertraf damit die Obergrenze der Schätzung um mehr als das Doppelte.

Zu den weiteren bedeutenden Losen gehörte das Werk von Eduard Steinberg 'Komposition (zwei Bilder)', das für 40.900 Euro verkauft wurde und damit den Schätzpreis um mehr als das Vierfache übertraf."

Der Schweizer Eric Peschler, dessen Sammlung bei Bonhams versteigert wurde, war Journalist, Fernsehmoderator und einer der wenigen Ausländer, denen es gelang, in der Sowjetunion zu leben – und dabei eine hervorragende Sammlung sowjetischer Nonkonformisten zusammenzustellen. Nachdem er von 1957 bis 1961 in der Sowjetunion gelebt hatte, veröffentlichte Peschler im Jahr 1966 das Buch "Privat in Moskau: Begegnungen mit der Kunst und den Künstlern". Das Magazin Forbes, das die Ergebnisse der Auktion mit Peschlers Frau Małgorzata besprach, mit der er gemeinsam seine Sammlung aufgebaut hatte, beschreibt ihn als eine Art Brückenbauer ‒ vor allem im kulturellen Bereich. Das Magazin schreibt:

"Erics Bücher sind das Ergebnis der Kunstbegegnungen, des engen Austauschs und seiner fundierten Kunstkenntnisse. Eric Peschler hatte es sich zur Aufgabe gemacht, über die Künstler im Westen zu berichten. Seine Veröffentlichungen wurden zu wichtigen Wissensquellen für Sammler, Kuratoren und Forscher [...] Małgorzata Peschler betont: Ihre Sammlung ist ein Abbild ihrer Zeit, ein Porträt der sowjetischen inoffiziellen Kunst. Nach dem Zusammenbruch der UdSSR erlangten die Künstler internationale Anerkennung, stellten ihre Werke in westlichen Galerien aus und verkauften sie dort, während die Peschlers ihre Sammlung nicht mehr weiter ausbauten."

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