EU-Kommission will zum Energiesparen verpflichten: "Die nächsten Winter werden schwierig"
Deshalb sei es aus Sicht der EU-Kommission nötig, verpflichtende Stromsparrichtlinien einzuführen. Zunächst solle der europäische Stromverbrauch um zehn Prozent gesenkt werden und jener Verbrauch zu Spitzenzeiten um fünf Prozent. "Dies wird verpflichtend sein, damit die Ziele von allen erreicht werden", so der hohe EU-Vertreter.
Schuld an allem sei für Timmerman Putin. "Putins Krieg hat eine Energiekrise in Europa ausgelöst, die nach wie vor große Auswirkungen hat."
Kritiker der EU-Politik meinen, dass dieser politische Kurs, keine Verhandlungen mit Russland aufzunehmen und russische Energielieferungen abzulehnen, derzeit fatale Folgen für Wirtschaft sowie Privathaushalte hat und in Zukunft weiterhin haben werde. In Deutschland befürchten Oppositionelle und Branchenvertreter sogar eine massive Deindustrialisierung, von der sich das Land ohne die günstige russische Energie nicht mehr erholen werde. Bereits jetzt stellen Geschäfte und Unternehmen ihre Produktionen ein oder verlagern sie ins Ausland. Gerade kleinere Läden wie Bäckereien, Glasereien und Gaststätten beklagen, dass sie aufgrund der neuen Gasabschläge ihre Geschäfte nicht mehr weiterführen können. Viele Privathaushalte fürchten massive Heiz- und Stromrechnungen und wissen nicht, wie sie die Kosten deckeln sollen.
Die Preise für Erdgas – das zur Energieversorgung der Industrie, zur Beheizung von Häusern und zur Stromerzeugung verwendet wird – sind in der EU jetzt zehnmal höher als vor der COVID-19-Krise im Jahr 2020. Die massive Geldvermehrung während der COVID-Krise treibt zudem die Inflation an. Neben explodierenden Energiekosten sehen sich die Menschen auch mit Preisexplosionen im Lebensmittelbereich und zahlreichen Branchen wie dem Baugewerbe konfrontiert.
Die EU-Kommission will unter anderem auch Gewinne der Stromerzeuger abschöpfen, da diese Unternehmen teilweise das Fünffache ihrer üblichen Gewinne erzielen. Noch sind die EU-Länder uneins über den weiter zu verfolgenden Ansatz, und es bleibt unklar, ob sie den Vorschlägen der Kommission zustimmen werden.
Die Energieminister der EU sollen dazu Ende des Monats erneut zusammenkommen.
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