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Verdacht auf Filz bei litauisch-deutscher Militärbasis

Das litauische Militär hat das Truppenübungsgelände Rūdninkai von der Sowjetarmee übernommen. Dort sollen künftig auch deutsche Soldaten stationiert sein. Doch die Umbaumaßnahmen könnten auch zu unlauterem Gebaren verführt haben. Derzeit ermitteln die litauischen Behörden.
Verdacht auf Filz bei litauisch-deutscher MilitärbasisQuelle: Sputnik © Valery Melnikov

Wie der litauische öffentlich-rechtliche Sender LRT unter Berufung auf die Nachrichtenagentur BNS am Samstag berichtete, ermitteln die Strafverfolgungsbehörden des Landes weiterhin im Fall eines möglichen Korruptionsskandals bei der Sanierung des Schießplatzes Rūdninkai. Seit März 2025 laufen demnach die Ermittlungen.

Während der Sowjetzeit diente das Gelände den Luftstreitkräften der Sowjetunion als Bombenabwurfplatz. Nach dem Ende der Sowjetunion und der NATO-Osterweiterung begann Litauen 2014 mit der Sanierung des Geländes, um es wieder militärisch nutzen zu können. Mittlerweile wird dort auch für die Bundeswehr gebaut. Denn in dem nur wenige Kilometer von der Grenze zu Weißrussland befindlichen Areal soll sich künftig der Hauptstützpunkt der Panzerbrigade 45 befinden.

Die großzügigen Investitionen könnten jedoch auch Filz und unrechtmäßige Begünstigungen zur Folge haben. Diesen Verdacht hegen zumindest die litauischen Strafverfolgungsbehörden und ermitteln gegen das litauische Militär und die in Kaunas ansässige Firma Taiklu.

Diese Firma ist nach eigenen Angaben vor allem in den Bereichen Verteidigung und Sicherheit, Energie, Transport und Infrastruktur tätig und stattet staatliche Institutionen sowie private Großkunden mit technischer Ausrüstung, Logistiklösungen, taktischen Produkten und Ausrüstungsmitteln für den Zivilschutz aus.

In Rūdninkai konnte sich die Firma zwei Aufträge sichern: Einmal für Baumstumpf-Fräsarbeiten und einen zweiten Auftrag zur Minenräumung. Doch den Medienberichten zufolge konnte die Firma den ersten Auftrag nicht zur Zufriedenheit des Auftraggebers erfüllen.

Die Militärpolizei leitete daraufhin im März 2025 ein Ermittlungsverfahren ein. Der litauischen Generalstaatsanwaltschaft zufolge betrifft das Ermittlungsverfahren Vorwürfe der Urkundenfälschung und der Verletzung von Amtspflichten und dauert immer noch an. Die Ermittlungen richten sich gegen Mitarbeiter des Gefechtsausbildungszentrums. Auch gegen die Firma selbst soll ein Gerichtsverfahren wegen möglicher Vertragsverletzungen laufen. Die an Taiklu gezahlte Summe soll 2,3 Millionen Euro betragen.

Die Firma Taiklu wiederum verteidigte sich im November 2025 gegen die Beschuldigung, die Arbeiten im Wald von Rūdninkai nicht ordentlich durchgeführt zu haben. Alle wesentlichen Arbeiten seien abgeschlossen. Aber es seien unbekannte Hindernisse wie Sümpfe und im Boden liegende Holzstämme aufgetreten. Die Entfernung der Baumstämme in größeren Tiefen sei nicht möglich. Dieser Umstand behindere aber nicht die Entwicklung des Geländes.

Im April 2026 forderte dann ein Untersuchungsausschuss des litauischen Parlaments die Staatsanwaltschaft dazu auf, die Umstände bei der Auftragsvergabe von Minenräumungsdiensten an Taiklu zu untersuchen. Medienberichten zufolge kam es den Ausschussmitgliedern verdächtig vor, dass bei der Ausschreibung ein ungewöhnlich niedriger Preis angeboten wurde.

Später wurden nach Ansicht des Ausschusses die Vertragsbedingungen geändert, weshalb eine erneute Ausschreibung erforderlich gewesen wäre. Bei nichtöffentlichen Verhandlungen seien die Anbieter dann nach unterschiedlichen Kriterien beurteilt worden.

Doch auch in einem dritten Bereich könnte es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sein. In dieser Woche legte das staatliche Beschaffungsamt dem Untersuchungsausschuss seine Bewertung zu einem weiteren Vergabeverfahren im Bereich der Landesverteidigung vor, bei dem Taiklu den Zuschlag erhalten hatte.

Der Behörde zufolge hat sich die Leitung der Logistikdirektion der litauischen Streitkräfte bei der Beschaffung mobiler Panzersperren ("Drachenzähne" genannt) nicht korrekt verhalten. Vorgaben zu den technischen Anforderungen seien nicht eingehalten und ungewöhnlich niedrige Preise nicht überprüft worden. Auch habe das Vergabeverfahren gegen Transparenzanforderungen verstoßen.

Der stellvertretende Verteidigungsminister Gabrielius Gorbačevskis gab derweil bekannt, dass die Armee die Vergabe des Auftrags für die "Drachenzähne" überprüfe. Es sei jedoch nicht angebracht gewesen, das Angebot von Taiklu abzulehnen. Auch sei dem litauischen Staat dadurch kein finanzieller Schaden entstanden.

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