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Präsidentschaftskandidatin: Bulgarien sollte zu Kommunikationskanal zwischen EU und Russland werden

In der Endphase des Wahlkampfs hat die amtierende bulgarische Präsidentin Ilijana Iotowa erklärt, Moskau müsse an den Verhandlungstisch zurückgeholt werden. Sofia solle eine wichtige Rolle als "diplomatischer Kanal" spielen. Darüber berichtet die Financial Times.
Präsidentschaftskandidatin: Bulgarien sollte zu Kommunikationskanal zwischen EU und Russland werden© Urheberrechtlich geschützt

Die bulgarische Präsidentschaftskandidatin Ilijana Jotowa hat sich im Wahlkampffinale für einen Dialog mit Moskau ausgesprochen. Russland müsse wieder am Verhandlungstisch sitzen, meint die derzeitige Amtsinhaberin. Dies berichtet die Financial Times (FT). Bulgarien solle laut der Politikerin als "diplomatischer Kanal" fungieren. 

Am Sonntag werden die Bürger Bulgariens in einer Stichwahl bestimmen, wer das Präsidentenamt künftig bekleiden wird. Den Angaben des bulgarischen Meinungsforschungsinstituts Mjara zufolge kam Jotowa im ersten Wahlgang auf 35 Prozent der Stimmen. Ihr Herausforderer ist Ex-Interimsregierungschef Andrei Gjurow, der auf 31,9 Prozent gekommen ist. 

Jotowa hat auch zuvor für Kontakte mit Moskau geworben. "Jeder sollte Präsident Putin anrufen", sagte sie gegenüber dem Fernsehsender Nova TV.

Und weiter:

"Es wäre weitaus wirkungsvoller, wenn die diplomatischen Kanäle zu Russland im Namen der gesamten EU geöffnet würden."

Am Dienstag führte der russische Präsident Wladimir Putin ein Telefongespräch mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb und dem norwegischen Ministerpräsidenten Jonas Gahr Støre. Die Spitzenpolitiker sprachen über die Aussichten auf eine Friedensvereinbarung in der Ukraine. Das Telefonat fand auf Initiative der finnischen und norwegischen Seite statt.

Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kritisierte später Stubb und Støre und erklärte, ihre Gespräche seien nicht mit anderen europäischen Staaten abgestimmt worden.

Putin selbst teilte mit, dass Russland jegliche Schritte zur Wiederherstellung der Beziehungen zu Europa unterstütze – sowohl zur EU als Ganzes als auch zu einzelnen Ländern.

Laut dem russischen Präsidenten weiß er darüber Bescheid, dass Stubb und Støre für ihren Anruf in Moskau kritisiert worden sind. Er halte es aber für richtig, dass sie ihn angerufen hätten. Putin betonte:

"Schließlich gibt es in Europa Menschen, die Russland – anders als manche andere – keine strategische Niederlage zufügen, sondern einen konstruktiven Dialog in Gang bringen wollen."

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