
Wegen geopolitischer Unruhen: Niederländische Zentralbank zieht Gold aus USA ab

Die niederländische Zentralbank hat mehr als 78 Tonnen Gold von New York nach London verlagert – ein politisch heikler Schritt, den sie mit zunehmenden geopolitischen Unruhen begründet.
Der Transfer folgt Forderungen europäischer Politiker und Steuerzahler-Lobbygruppen, Goldreserven aus den USA zurückzuholen. Sie warnen, dass eine unter Präsident Donald Trump unzuverlässig gewordene US-Regierung die Goldbestände andernfalls beschlagnahmen könnte, während die Spannungen zwischen Europa und den USA zunehmen.

Die niederländische Zentralbank, die unter dem Kürzel DNB bekannt ist, erklärte, Ziel der Verlagerung sei es, ihre "Krisenvorsorge" zu stärken, indem die Goldbestände gleichmäßiger auf verschiedene Länder und Rechtsräume verteilt werden.
Die Maßnahme folgt einer ähnlichen Entscheidung Frankreichs, das zwischen Juli 2025 und Januar 2026 sein gesamtes Gold aus der Federal Reserve Bank in New York abzog.
Gold hat im vergangenen Jahr US-Staatsanleihen als weltweit größten Reservewert überholt, wie Daten der Europäischen Zentralbank zeigen. Einige Zentralbanken werden jedoch zunehmend vorsichtig, wenn es darum geht, Gold in den USA zu lagern.
Die niederländische Zentralbank erklärte zudem, ihr bei der Bank of England gelagertes Gold erfülle "moderne internationale Handelsstandards" und gelte als das weltweit am einfachsten handelbare Gold. Im Krisenfall sei es schneller verfügbar als Gold, das auf einem anderen Kontinent gelagert werde.
Die Verlagerung erfolgt vor dem Hintergrund eines historischen Anstiegs des Goldpreises und eines breiteren Trends, wonach Zentralbanken verstärkt auf das Edelmetall setzen. Der Goldpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten um 25 Prozent gestiegen und liegt derzeit bei rund 4.364 US-Dollar je Feinunze.
Die niederländische Zentralbank, DNB, verfügt insgesamt über 612 Tonnen Gold. Sie verlagerte etwas mehr als 78 Tonnen Gold aus New York sowie sieben Tonnen aus Ottawa in Kanada.
Physisch transportierte die DNB lediglich 27 Tonnen Gold aus den USA und Kanada nach Europa. Den Rest verkaufte sie in Nordamerika und kaufte dafür neues Gold in London. Frankreich verfolgte bei seiner Goldverlagerung eine ähnliche Strategie und erzielte dabei einen Gewinn von 11 Milliarden Euro.
Derzeit lagert etwa ein Drittel der deutschen Goldreserven in New York. Bundesbank-Präsident Joachim Nagel wies Forderungen nach einer weiteren Rückholung von Gold aus den USA Anfang dieses Jahres zurück. "Ich habe keinen Zweifel daran, dass das Gold bei der Federal Reserve in New York sicher gelagert ist", sagte er im Mai in einem Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.
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