
Wahl zum Bundespräsidenten: Aigner erhält Rückendeckung aus Sachsen und Bremen

Am 30. Januar 2027 wählt die Bundesversammlung den Nachfolger oder die Nachfolgerin Steinmeiers, der nach zwei Amtszeiten nicht erneut kandidieren darf. Nun haben sich zwei Ministerpräsidenten aus unterschiedlichen Parteien für eine mögliche Kandidatur der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU) als Bundespräsidentin ausgesprochen: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) und Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD). Beide äußerten sich in der ARD-Sendung Bericht aus Berlin.
Kretschmer nannte Aigner eine "ganz herausragende Persönlichkeit". Er wünsche sich eine Persönlichkeit, die das Land zusammenführen könne und parteiübergreifend antrete. "Wer das hört, wird feststellen: Das trifft auf Ilse Aigner zu", sagte Kretschmer. Einen Zwang gebe es nicht, wohl aber den großen Wunsch, dass es eine Frau werde. Ob die CDU Anspruch auf das höchste Staatsamt erheben könne, sei für ihn nicht entscheidend. Es gehe darum, "die beste Persönlichkeit für dieses Land" zu finden.

Auch aus der SPD kommt Zuspruch. Bovenschulte sagte, er halte Ilse Aigner für "eine sehr geeignete Kandidatin". Die bayerische Landtagspräsidentin bringe ihm zufolge die nötigen Voraussetzungen mit – "von der Fachlichkeit, von ihrem Auftreten, aber auch von der empathischen Grundeinstellung her". Bremens Bürgermeister betonte zudem, es sei "sehr richtig", wenn Deutschland erstmals eine Bundespräsidentin bekäme. Bislang hatte noch nie eine Frau dieses Amt inne.
CSU-Chef Markus Söder bekräftigte unterdessen seinen Anspruch, Aigner ins Rennen zu schicken. Söder zufolge stellte die CSU in 75 Jahren weder den Bundeskanzler noch den Bundespräsidenten. "Eigentlich kann man schon mal argumentieren, dass wir jetzt auch ein bisschen dran wären", sagte er der ARD.
CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann verwies aber gegenüber der Münchner Abendzeitung auf geeignete Bewerber in der eigenen Partei: "Natürlich ist es so, dass die CDU auch gute Kandidatinnen und Kandidaten in den eigenen Reihen hat. Das muss miteinander besprochen werden, um zu einem gemeinsamen Vorschlag zu kommen. Ich gehe davon aus, dass wir diesen Prozess bald abschließen."
Ob die Kandidatin aus CDU oder CSU komme, ist für die Abgeordnete Anne König (CDU), wie die Welt schreibt, nicht entscheidend. Unionsfraktionsvize Mathias Middelberg (CDU) stellte dem etwas anderes gegenüber: Das Geschlecht sei weniger wichtig als "echte politische Autorität".
Auch der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte sich auf dem CSU-Parteitag am Samstag nicht auf Aigner festgelegt. Das CDU-Präsidium will am 9. November über die Kandidatenfrage beraten.
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