Europa

Kurz vor Importverbot: Über TurkStream fließt 20 Prozent mehr russisches Gas

Letzter Run auf russisches Gas kurz vor Torschluss: Im Herbst 2027 tritt das von der EU verordnete vollständige Importverbot für russisches Pipelinegas in Kraft. Im Oktober sind die Liefermengen über TurkStream – die einzige noch verbliebene Leitung – um 20 Prozent angestiegen.
Kurz vor Importverbot: Über TurkStream fließt 20 Prozent mehr russisches GasQuelle: Gettyimages.ru © Isa Terli/Anadolu Agency

Kurz vor dem von der EU verhängten und 2027 in zwei Stufen in Kraft tretenden Totalverbot für den Import russischen Erdgases versuchen Abnehmer in Südost- und Zentraleuropa offenbar, sich noch günstig damit einzudecken. Darauf deuten neueste Betreiberangaben zu den Liefermengen über die Gaspipeline TurkStream hin, über die der Brennstoff aus Russland in die Türkei gelangt, von wo er unter anderem nach Bulgarien, Rumänien, Ungarn und in die Slowakei geleitet wird.

Die Monatssumme der TurkStream-Lieferungen stieg gegenüber September um gut 20 Prozent, im Tagesdurchschnitt betrug das Plus knapp 17 Prozent. Das zeigt eine Auswertung neuer ENTSOG-Daten durch die Berliner Zeitung. Pro Tag flossen im Oktober rund 585 GWh in die EU, nach rund 502 GWh im September. Die Monatssumme von 18.142 GWh erreichte den höchsten Stand seit März.

Zum 1. Januar 2027 tritt das EU-Verbot für russisches Flüssiggas (LNG) in Kraft, im Herbst folgt dann das vollständige Verbot für Pipelinegas. Doch die LNG-Einfuhren, die Europas Abkehr von russischem Pipelinegas ermöglichen sollen, liegen vor dem Winter noch immer deutlich unter dem Vorjahresniveau, worauf die Berliner Zeitung ebenfalls hinweist. Beschlossen hat die EU das Totalverbot Anfang Dezember 2025, RT DE berichtete. Das formelle Gesetz und die finale Billigung des schrittweisen Verbots durch den Rat der EU erfolgten Ende Januar 2026, woraufhin die entsprechende EU-Verordnung im März 2026 in Kraft trat.

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