Europa

Terroristischer Vorfall im Pariser Umland fordert einen Toten

Im Großraum Paris hat sich ein blutiger Zwischenfall ereignet. Mindestens ein Mensch kam dabei ums Leben. Und es gibt vier Verletzte. Mittlerweile gehen die französischen Behörden von einem Terrorakt aus. Es wird nicht ausgeschlossen, dass ein rechtsextremistisch-rassistisches Motiv hinter der Tat stecken könnte.

In der französischen Stadt Trappes kam es heute Vormittag zu einem Schusswaffenvorfall mit vermutlich terroristischem Hintergrund. Trappes ist eine 35.000-Einwohner-Stadt im Departement Yvelines, etwa 30 Kilometer südwestlich vom Pariser Zentrum gelegen. Der Ort gilt als sozialer Brennpunkt.

Ein Mann feuerte Medienberichten zufolge aus einem fahrenden Auto heraus Schüsse auf Passanten ab. Mindestens einer der von den Schüssen aus der Maschinenpistole Getroffenen starb. Es gibt vier weitere Verletzte, darunter Schwerverletzte. Auch auf ein 12‑jähriges Kind soll es der Schütze abgesehen haben.

Der Vorfall ereignete sich um 10 Uhr morgens. Wie die französische Zeitung Le Monde berichtet, fuhr der Schütze zunächst durch Trappes und schoss auf eine Tankstelle, ein medizinisches Zentrum und einen Kindergarten, dann nahm er die benachbarte 6.000-Einwohner-Ortschaft namens La Verrière ins Visier. Wenig später gelang es der Polizei, einen Tatverdächtigen festzunehmen. Die französische Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein.

Auch ein rechtsextremer Hintergrund wird nicht ausgeschlossen, denn laut Staatsanwaltschaft soll die Tat "aufgrund der tatsächlichen oder vermeintlichen Zugehörigkeit zu einer angeblichen Rasse, Ethnie, Nation oder bestimmten Religion begangen" worden sein.

Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, geht auch Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez von einer "terroristischen Tat" aus. Bei einem Besuch vor Ort in Trappes erklärte Nuñez demnach: "Die Ermittlungen laufen noch, aber es handelt sich eindeutig um ein terroristisches Verbrechen." Die Hintergründe der Tat könnten rassistischer Natur gewesen sein, müssten allerdings noch abschließend geklärt werden.

Bild zufolge erklärte Ali Rabeh, der Bürgermeister der Stadt, gegenüber dem französischen Privatsender BFMTV, der Schütze habe "offenbar wahllos um sich geschossen" und ein Blutbad anrichten wollen. Bei dem Getöteten handle es sich um einen 26-Jährigen afrikanischer Herkunft, bei dem Schwerverletzten um einen 49-jährigen nordafrikanischer Abstammung.

Auch das angeschossene 12‑jährige Mädchen sei schwer verletzt, ihr Zustand sei mittlerweile aber stabil, erläuterte Rabeh Amtskollege aus La Verrière, Nicholas Dainville, laut Le Monde und AFP. Zwei ebenfalls angegriffene Männer im Alter von 29 und 48 Jahren befänden sich in Krankenhäusern, würden aber nicht in Lebensgefahr schweben.

Bürgermeister Rabeh machte auch Angaben zum festgenommenen Tatverdächtigen. Er soll in einer in der Nähe von Trappes gelegenen Stadt wohnen. Laut Behördenangaben soll es sich bei der Tatwaffe um eine automatische Pistole handeln. Die Tageszeitung Le Parisien schreibt über eine Maschinenpistole des Typs STEN aus dem Zweiten Weltkrieg. Sie war damals bei der britischen Armee, aber auch bei Widerstandsgruppen im Gebrauch.

Le Parisien zufolge durchsuchten am Nachmittag die Ermittler das Haus des mutmaßlichen Angreifers in der Nachbargemeinde Plaisir. Auch Bombenentschärfungsexperten sind vor Ort, denn laut BFMTV ist sein Haus mit Gasflaschen präpariert. Der Tatverdächtige, der 39‑jährige Kevin T., soll bei den Behörden bis dato nicht wegen einer Terror-Affinität aufgefallen sein. Allerdings war er bei der Polizei wegen Straftaten wie Ladendiebstahl und Fahren unter Alkoholeinfluss bekannt.

Der französische Präsident Emmanuel Macron schrieb auf der Plattform X von seiner "tiefen Erschütterung" angesichts des Schusswaffenangriffs in Trappes und La Verrière. Den Opfern, ihren Familien und den Bewohnern des Departement Yvelines sprach er sein Mitgefühl aus. Die französische Nation stehe ihnen "während dieser schrecklichen Prüfung" zur Seite, so der Präsident. Auch den Sicherheitskräften, denen bereits die Festnahme des mutmaßlichen Täters gelungen war, zollte Macron seine Anerkennung.

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