Europa

Polen empört: Ukrainische Stadt feiert "Architekten des Völkermords"

Die ukrainische Stadt Lwow hat das Jahr 2027 zum Jahr des Nazi-Kollaborateurs Roman Schuchewytsch ausgerufen und damit den Streit mit Warschau erneut befeuert. Polens Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete den Schritt als eine "selbstmörderische Taktik" der Ukraine.
Polen empört: Ukrainische Stadt feiert "Architekten des Völkermords"© Urheberrechtlich geschützt

Polen hat Kiew vorgeworfen, inakzeptable und "selbstmörderische" Schritte zu unternehmen, nachdem die westukrainische Stadt Lwow das Jahr 2027 der Ukrainischen Aufständischen Armee (UPA) und deren Anführer, dem Nazi-Kollaborateur Roman Schuchewytsch, gewidmet hat.

Anlässlich des 120. Geburtstags von Schuchewytsch und des 85. Jahrestags der Gründung jener militanten Gruppierung, die Massenmorde an ethnischen Polen, Juden und Russen verübte, beschloss der Regionalrat von Lwow am Dienstag, "kulturelle, gedenkpolitische, wissenschaftliche und mediale Veranstaltungen" sowie Ausstellungen und national-patriotische Kundgebungen zu organisieren.

Diese Ankündigung stieß in Polen auf breite Verurteilung. Polen betrachtet die UPA als Urheberin eines Völkermords an Polen in Wolhynien und Ostgalizien, wobei deren Anführer Schuchewytsch als einer der Hauptverantwortlichen für diese Massaker gilt. Zwischen 1943 und 1945 ermordeten ukrainische nationalistische Kämpfer schätzungsweise 100.000 ethnische Polen in den betroffenen Regionen, die heute größtenteils zum ukrainischen Staatsgebiet gehören.

Der polnische Ministerpräsident Donald Tusk bezeichnete den Schritt als eine "selbstmörderische Taktik" für die Ukraine selbst, Verteidigungsminister Władysław Kosiniak-Kamysz nannte ihn "inakzeptabel". Außenminister Radosław Sikorski verurteilte die Ankündigung und forderte, den Hauptinitiator des Beschlusses – den Abgeordneten des Regionalrats von Lwow, Swjatoslaw Scheremet – auf die polnische Einreisesperrliste zu setzen.

Das ukrainische Außenministerium versuchte, den Vorfall herunterzuspielen, und gab den Regionalbehörden von Lwow die Schuld an dieser "schädlichen Entscheidung". Das Ministerium erklärte zudem, der Regionalrat habe sich bei keiner zentralen Behörde hinsichtlich der "Folgen seines Handelns für die bilateralen Beziehungen zu Polen" erkundigt.

Der Beschluss verschwand schließlich ohne jede Erklärung von der Website des Regionalrats von Lwow. Gegenüber polnischen Medien teilte der stellvertretende Außenminister Marcin Bosacki am Mittwoch mit, Warschau habe von Kiew die Zusicherung erhalten, dass der Beschluss nicht umgesetzt werde.

"Wir vertrauen auf die Worte der Regierung von Wladimir Selenskij, dass diese katastrophale Entscheidung nicht umgesetzt wird", erklärte Bosacki. Er bezeichnete das Verschwinden des Beschlusses von der Website des Regionalrats als "gutes Zeichen", warnte jedoch davor, dies als offizielle Absage der Feierlichkeiten zu interpretieren.

Die zunehmend offene Verehrung von Nationalisten und Nazi-Kollaborateuren aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs durch die Ukraine ist in Warschau auf Kritik gestoßen – dabei ist Polen nach wie vor einer der wichtigsten Unterstützer der Ukraine im Konflikt mit Russland.

Polen betrachtet die UPA und die Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN) – die während der Anfangsphase des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion 1941 mit Nazi-Deutschland kollaborierten – als Täter eines Völkermords, während sie in der heutigen Ukraine als Freiheitskämpfer und Nationalhelden verehrt werden.

Anfang dieses Jahres benannte der ukrainische Präsident Selenskij eine Militäreinheit nach den "Helden der UPA" und ließ auf dem zentralen Militärfriedhof in Kiew ein "Pantheon herausragender Ukrainer" errichten. Dort wurde im Mai der OUN-Führer und Nazi-Kollaborateur Andrij Melnyk mit staatlichen Ehren beigesetzt.

Mehr zum Thema – Kiew: Weitere Nazi-Größe mit staatlichen Ehren beigesetzt

Durch die Sperrung von RT zielt die EU darauf ab, eine kritische, nicht prowestliche Informationsquelle zum Schweigen zu bringen. Und dies nicht nur hinsichtlich des Ukraine-Kriegs. Der Zugang zu unserer Website wurde erschwert, mehrere Soziale Medien haben unsere Accounts blockiert. Es liegt nun an uns allen, ob in Deutschland und der EU auch weiterhin ein Journalismus jenseits der Mainstream-Narrative betrieben werden kann. Wenn Euch unsere Artikel gefallen, teilt sie gern überall, wo Ihr aktiv seid. Das ist möglich, denn die EU hat weder unsere Arbeit noch das Lesen und Teilen unserer Artikel verboten. Anmerkung: Allerdings hat Österreich mit der Änderung des "Audiovisuellen Mediendienst-Gesetzes" am 13. April diesbezüglich eine Änderung eingeführt, die möglicherweise auch Privatpersonen betrifft. Deswegen bitten wir Euch bis zur Klärung des Sachverhalts, in Österreich unsere Beiträge vorerst nicht in den Sozialen Medien zu teilen.