Saudi-Arabiens Raketenprogramm wächst: Neuer Rüstungswettlauf im Nahen Osten?

Saudi-Arabien baut offenbar mit chinesischer Hilfe die Produktion ballistischer Raketen aus. Der Schritt könnte den Rüstungswettlauf im Nahen Osten verschärfen und den Widerstand im US-Kongress gegen ein ziviles Atomabkommen mit Riad verstärken.

Saudi-Arabien baut offenbar seine Fabrik für ballistische Raketen aus, um größere Feststoffraketen herzustellen, die größere Reichweiten erzielen oder schwerere Sprengköpfe tragen könnten. Zu diesem Schluss kommen zwei US-Forscher, die mehr als ein Jahr lang kommerzielle Satellitenbilder ausgewertet haben. Die saudische Botschaft und das Informationsministerium reagierten nicht auf Anfragen zu einer Stellungnahme. 

Leistungsfähigere Raketen könnten Saudi-Arabien dabei helfen, Angriffe aus Iran abzuschrecken und seine militärische Eigenständigkeit zu stärken. Zugleich könnten sie die Position des Königreichs im blutigen Konflikt mit Huthi im Jemen verbessern.

Die Aufrüstung birgt jedoch das Risiko, einen regionalen Raketenwettlauf anzuheizen, hieß es bei Reuters. Das US-amerikanische Satellitenunternehmen Planet Labs hat zwischen April 2025 und September 2026 Bilder der Anlage al-Duwadimi aufgenommen, die rund 200 Kilometer westlich von Riad liegt. 

Riad dürfte sich bei seinem Raketenprogramm an Peking gewandt haben, weil Washington den Export von Raketensystemen mit größerer Reichweite seit Langem einschränkt. Die Erweiterung der Anlage al-Duwadimi dient nach Einschätzung der Forscher wahrscheinlich der Produktion der reichweitenstärkeren DF-21 oder eines vergleichbaren Raketentyps. Die DF-21 (auch Dongfeng-21, NATO-Codename CSS-5) ist eine landgestützte, straßenmobile ballistische Mittelstreckenrakete aus chinesischer Produktion.

Der Ausbau von al-Duwadimi könnte auch politische Folgen in den USA haben und den parteiübergreifenden Widerstand im Kongress gegen ein Atomabkommen mit Saudi-Arabien verstärken. Im Rahmen einer solchen Vereinbarung würden die USA Riad beim Aufbau einer Urananreicherung zur Stromerzeugung unterstützen.

Kritiker bemängeln, dass das Abkommen keine ausreichenden Schutzvorkehrungen enthalte, um zu verhindern, dass Saudi-Arabien heimlich eine Atomwaffe entwickelt. Das Königreich hat entsprechende Absichten bestritten.

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