Mehrere Öltanker in Straße von Hormus angegriffen – Saudi Aramco evakuiert Zentrale

Der Ölpreis ist Trumps politische Achillesferse. Entsprechend versucht er, die Preise vor den Midterms zu senken. Bisher vergeblich. Nun eskaliert die Lage in der Straße von Hormus, während Huthi-Angriffe auf saudische Ölanlagen die dortige Ölproduktion gefährden könnten.

Der saudische Ölkonzern Saudi Aramco, der weltweit größte Ölexporteur, hat am Donnerstag seine Mitarbeiter angewiesen, den Hauptsitz in Dhahran zu verlassen und von zu Hause aus zu arbeiten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Zuvor soll in der Zentrale Alarm ausgelöst worden sein.

Die jemenitischen Huthi haben ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt und nehmen dabei regelmäßig Flughäfen und Energieinfrastruktur ins Visier. Bereits in der vergangenen Woche war ein Turm auf dem Gelände der Aramco-Zentrale von einem Huthi-Angriff getroffen worden. Dabei wurden drei Stockwerke beschädigt und ein Feuer ausgelöst.

Der Grund für die Evakuierung wurde offiziell nicht bekannt gegeben.

Der saudische Leitindex TASI fiel am Donnerstag nach Bekanntwerden der Aramco-Meldung um 2,5 Prozent, wie aus Daten von LSEG hervorgeht.

Die Ölpreise stiegen am Donnerstag auf den höchsten Stand seit Mai. Hintergrund waren Befürchtungen, dass sich der Konflikt im Nahen Osten weiter verschärfen und die Rohölversorgung aus einer der weltweit wichtigsten Ölexportregionen beeinträchtigen könnte.

Der Militärsprecher der Huthi, Yahya Saree, erklärte in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache, die Gruppe habe Angriffe auf Aramco-Anlagen in der Hafenstadt Yanbu am Roten Meer sowie auf das saudische Verteidigungsministerium in der Hauptstadt Riad gestartet. Die saudischen Behörden bestätigten die Angriffe nicht.

Nach Angaben des iranischen Staatsfernsehens sind unter anderem in der Straße von Hormus sieben Öltanker durch Angriffe und Seeminen beschädigt worden. Vier Tanker seien in der Nacht zum Donnerstag während des Umladens von Öl angegriffen worden und in Brand geraten, berichtete der Sender unter Berufung auf die Marine der Revolutionsgarde. Drei weitere Schiffe seien auf Seeminen gelaufen und so schwer beschädigt worden, dass sie nicht mehr weiterfahren könnten.

Den Angaben zufolge drohte die iranische Revolutionsgarde mit Angriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region, sollte Washington versuchen, Öltankern die Durchfahrt durch andere Abschnitte der Meerenge zu ermöglichen.

Teheran will US-Präsident Donald Trump offenbar vor den Zwischenwahlen am 3. November innenpolitisch unter Druck setzen. Nach Informationen der Washington Post sollen Angriffe und Störungen im Persischen Golf dazu beitragen, die Ölpreise hochzuhalten und damit die Wahlchancen der Republikaner zu beeinträchtigen. Die Zeitung beruft sich dabei auf iranische Regierungsvertreter und Diplomaten aus der Region.

Auch Trump äußerte sich inzwischen in seinem sozialen Netzwerk Truth Social zu dem Thema. Iran tue alles, um die Ölpreise vor den US-Zwischenwahlen in die Höhe zu treiben, schrieb der US‑Präsident. Zugleich bekräftigte er seine Haltung zum iranischen Atomprogramm: "Iran darf niemals eine Atomwaffe besitzen – und er wird niemals eine Atomwaffe besitzen."

Die Republikaner verfügen derzeit nur über knappe Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat. Verlieren sie eine oder beide Kammern, könnte dies Trumps politischen Handlungsspielraum in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit deutlich erschweren.

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