Die Ölpreise stiegen am Donnerstag um mehr als zwei Prozent. Auslöser war ein Drohnenangriff auf das saudische Ölfeld Schaiba, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen. Brent verteuerte sich auf 111,40 Dollar je Barrel, WTI auf 99,30 Dollar. Auch die wachsenden Spannungen im Nahen Osten und ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen schürten Sorgen um die Energieversorgung.
Die internationalen Aktienmärkte gerieten am Donnerstag deutlich unter Druck. Der weltweite MSCI-Index verlor 0,4 Prozent, während der europäische Stoxx 600 rund ein Prozent nachgab. Belastet wurden die Märkte vor allem von schwächelnden Technologiewerten und enttäuschten Erwartungen an die Geschäftszahlen von Meta. Die Unsicherheit über die Energieversorgung und die geopolitische Lage belastete die Anlegerstimmung zusätzlich.
Nach einem Angriff auf den Flughafen Dammam im Osten Saudi-Arabiens meldeten die Behörden acht Verletzte und zwei Todesopfer. Zudem entstand Sachschaden, teilte die saudische Zivilluftfahrtbehörde mit. Flüge nach Dammam wurden in der Nacht umgeleitet. Inzwischen hat der Flughafen den Betrieb wieder aufgenommen. Nach Angaben der von Saudi-Arabien geführten Militärkoalition wurden in der Region außerdem vier Drohnen abgefangen.
Die Huthi äußerten sich zunächst nicht zu dem Angriff. Der Flughafen war bereits früher Ziel einer größeren Angriffswelle der Miliz.
Bei einem weiteren Vorfall am Mittwoch waren zwei Menschen durch Trümmerteile einer abgeschossenen Huthi-Drohne getötet worden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur SPA hatte die Drohne das Ölfeld Schaiba des saudischen Staatskonzerns Aramco angesteuert.
Ein zunehmendes Rohölangebot aus dem Nahen Osten könnte den weiteren Preisanstieg jedoch begrenzen, da sich die Exportströme wieder dem Vorkriegsniveau nähern. Saudi-Arabiens Rohölexporte stiegen im August um 7,9 Prozent auf den höchsten Stand seit März. Russland sollte unterdessen am Donnerstag erstmals Diesel in die USA liefern.
Die USA haben den Abzug eines Teils ihres diplomatischen Personals aus Saudi-Arabien angeordnet. Betroffen sind nicht dringend benötigte Regierungsmitarbeiter und deren Familienangehörige. Als Grund nannte Außenamtssprecher Tommy Pigott die zunehmenden Angriffe der Huthi-Miliz auf zivile Ziele.
Mehr zum Thema ‒ Bericht: Iran verschifft trotz US-Blockade Flüssiggas und Kerosin