Bei einer UN-Sitzung zum US-Embargo gegen Kuba kam es zu einem heftigen Wortgefecht zwischen Vertretern Washingtons und Havannas. Im Anschluss wiesen die USA einen kubanischen Diplomaten aus, der Mitglied der kubanischen UN-Delegation war. Der Schritt verschärft die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen beiden Staaten.
Bei einer UN-Sitzung zum US-Embargo gegen Kuba kam es am Dienstag zum Eklat: Kubanische Vertreter unterbrachen lautstark die Rede des US-Botschafters Mike Waltz. Anschließend unterzeichnete US-Außenminister Marco Rubio die Ausweisungsunterlagen für einen kubanischen Diplomaten. Ihm wird vorgeworfen, einen US-Diplomaten angeblich geschubst und einen tätlichen Angriff versucht zu haben. Laut Waltz soll der Mann innerhalb von 24 Stunden nach Kuba zurückgeschickt werden. "Er ist weg. Er wird innerhalb der nächsten 24 Stunden in einem Flugzeug nach Havanna sitzen", sagte Waltz.
Auf Videos war zu sehen, wie der nun ausgewiesene Diplomat offenbar versuchte, eine Person daran zu hindern, ihn zu filmen. In einem Brief an UN-Generalsekretär António Guterres stellte die kubanische Seite den Vorfall anders dar: Demnach sei der Diplomat von einem US-Vertreter bedrängt worden.
Zuvor hatte US-Botschafter Mike Waltz die kubanische Führung seit Fidel Castro scharf kritisiert. Als Kubas Außenminister Bruno Rodríguez auf das Rednerpult zuging, rief Waltz ihm unter anderem zu: "Halten Sie Abstand" und "Das ist nicht Ihre kommunistische Diktatur".
Die Beziehungen zwischen den USA und Kuba sind seit Jahrzehnten angespannt. Unter US-Präsident Donald Trump hat sich die Lage durch neue Sanktionen und ein Ölembargo weiter verschärft. Trump hatte zudem mit einer Invasion der Insel gedroht, die nur rund 150 Kilometer von Florida entfernt liegt.
Die UN-Generalversammlung stimmt seit 1992 jährlich über eine Resolution zur Beendigung des seit mehr als 60 Jahren bestehenden US-Embargos gegen Kuba ab. Vor der diesjährigen Abstimmung hatten die USA bei zahlreichen Staaten intensiv gegen die Resolution geworben.
Wie in den Vorjahren stimmte die Mehrheit der Staaten dafür, allerdings fiel die Zustimmung geringer aus als zuvor. 130 Staaten unterstützten die Resolution, 17 stimmten dagegen und 25 enthielten sich. Deutschland, das 2025 noch dafür gestimmt hatte, enthielt sich diesmal ebenso wie 24 weitere Staaten. Die Resolution ist rechtlich nicht bindend, hat aber symbolische Bedeutung.
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