Vance verteidigt Dieselgeschäft mit Russland: Trump handle im US-Interesse

US-Vizepräsident JD Vance hat Vorwürfe zurückgewiesen, Russland manipuliere den US-Präsidenten. Zugleich erklärte er, Washington müsse Chancen zur Zusammenarbeit mit Moskau nutzen, wenn dadurch die Kosten für amerikanische Landwirte sinken.

US-Vizepräsident JD Vance hat die Behauptung zurückgewiesen, die Russen würden US-Präsident Donald Trump manipulieren. Anlass war eine Äußerung des republikanischen Senators Thom Tillis, der erklärt hatte, Putin führe Trump an der Nase herum. Vance äußerte sich dazu in einem Interview mit dem US-Medienkonzern iHeart:

"Ich kann Ihnen versichern, dass die Russen den US-Präsidenten nicht nach Belieben manipulieren. Er schätzt die Lage sehr realistisch ein."

Vance verteidigte Trumps pragmatischen Ansatz im Umgang mit Russland. Entscheidend sei, ob eine Zusammenarbeit den Vereinigten Staaten konkrete Vorteile bringe.

"Ich denke, Präsident Trump ist sich dessen bewusst, dass wir in 50 oder sogar 90 Prozent der Fragen anderer Meinung sein können als Russland. Aber wenn es eine Möglichkeit gibt, die Kosten für amerikanische Landwirte zu senken, warum sollten wir sie nicht nutzen?"

Zudem sprach sich Vance für die Entscheidung der US-Regierung aus, eine Ausnahme von den Sanktionen für russischen Dieselkraftstoff zuzulassen. Die Genehmigung ermöglicht die Einfuhr russischen Diesels in die USA und gilt bis zum 7. April 2027.

Putin und Trump vereinbarten Diesellieferungen

Am 9. Oktober führten der russische Präsident Wladimir Putin und sein US-amerikanischer Amtskollege Donald Trump ein Telefongespräch. Dabei erörterten sie unter anderem die Lieferung von Erdölprodukten. Im Anschluss wurde eine Vereinbarung über russische Diesellieferungen bekannt gegeben. Laut US-Präsident Trump umfasst die Vereinbarung Lieferungen von mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA sowie weitere 500.000 Tonnen Kraftstoff für den internationalen Markt.

Der russische Vizepremierminister Alexander Nowak erklärte, Russland sei bereit, im Oktober 300.000 Tonnen Diesel auf den US-amerikanischen und den Weltmarkt zu liefern. Für November seien weitere 500.000 Tonnen und für Dezember bis zu einer Million Tonnen vorgesehen.

Am Tag nach dem Telefongespräch zwischen Putin und Trump lockerte die russische Regierung das Ausfuhrverbot für Diesel teilweise. Am 22. Oktober lief laut Nowak der erste Tanker mit russischem Dieselkraftstoff aus. Einem Bericht von RIA Nowosti zufolge verließ am Freitag ein Tanker den Hafen Primorsk und nahm Kurs auf New York.

Moskau verweist auf Auswirkungen auf die Weltmarktpreise

Putin zufolge hat die Vereinbarung bereits Auswirkungen auf die internationalen Dieselpreise. Diese seien nach Abschluss des Geschäfts um fünf bis sechs Prozent gesunken, so der russische Präsident. Trump bezeichnete die Vereinbarung als vorteilhaft für die USA und den internationalen Markt.

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