Die Aggression der westlichen Länder gegenüber Moskau und Minsk nehme zu, erklärte der russische Verteidigungsminister Andrei Beloussow am Donnerstag während einer Sitzung des Gemeinsamen Kollegiums der Verteidigungsministerien Russlands und Weißrusslands. "Die militärpolitische Lage um unsere Länder ist heute weiterhin komplex. Wir stellen eine rasche Zunahme der Spannungen sowie aggressive Aktivitäten des Westens gegenüber Russland und Weißrussland fest", sagte er und fügte hinzu, dass die NATO, die EU und das Kiewer Regime einen auf Eskalation gerichteten Kurs "bewusst" verfolgten. "Eine besondere Gefahr stellt die beschleunigte Militarisierung Europas dar, die die Industrie auf Kriegsproduktion umstellt und die Infrastruktur für eine schnelle Verlegung von Streitkräften vorbereitet", warnte der Minister.
Die NATO-Staaten verstärkten ihre militärische Präsenz an den Grenzen zu Russland und Weißrusslands, merkte Beloussow weiter an. Zu diesem Zweck plane das Militärbündnis, im nächsten Jahr "acht multinationale taktische Bataillonsgruppen an seiner Ostflanke auf Brigadenniveau zu heben". "Es finden Bündnisübungen statt, bei denen Angriffsszenarien gegen unsere Länder trainiert werden", betonte der Verteidigungsminister.
Vor dem Hintergrund dieser militärischen Vorbereitungen der NATO sei "eine rechtzeitige Reaktion" von den Streitkräften Russlands und Weißrusslands erforderlich. "All dies erfordert von uns eine rechtzeitige Reaktion auf Veränderungen der militärpolitischen Lage, eine Stärkung der Zusammenarbeit bei der Gewährleistung der Sicherheit sowie einen Ausbau des militärischen Potenzials", sagte Beloussow. Er wies darauf hin, dass die Militärangehörigen beider Länder regelmäßig eine Gefechtsabstimmung der Truppenteile durchführten. "Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf gemeinsamen praktischen Übungen, die auf den im Zuge der militärischen Sonderoperation gewonnenen Erfahrungen basieren", präzisierte der Verteidigungsminister.
Bereits im Dezember 2025 warnte Beloussow, dass die NATO ihre militärischen Kapazitäten ausbaue, die Militärausgaben erhöhe und sich auf eine mögliche militärische Konfrontation mit Moskau vorbereite. Nach Angaben des Verteidigungsministers bereite sich das Militärbündnis aktiv auf die Stationierung von Mittelstreckenraketen vor, modernisiere die Luft- und Raketenabwehr, und arbeite an der Schaffung eines "militärischen Schengen-Raums" für die schnelle Verlegung von Truppen an die Ostflanke. "All dies deutet darauf hin, dass sich die NATO auf einen militärischen Konflikt mit Russland vorbereitet. Die Pläne des Bündnisses sehen vor, dass die Einsatzbereitschaft für solche Aktivitäten um die Wende der 2030er Jahre erreicht sein soll. Dies wurde von offiziellen Vertretern der NATO wiederholt offen erklärt", so Beloussow. "Nicht wir drohen – uns wird gedroht", fügte er hinzu.
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