Mithilfe von "Idefix": Japan startet Mars-Mission

Unter deutsch-französischer Beteiligung hat Japan erfolgreich eine Unternehmung zur Erforschung zweier Mars-Monde gestartet. Die dort gesammelten Gesteinsproben sollen der Erforschung des Sonnensystems dienen. Mit von der Partie: Eine bayerische Entwicklung namens "Idefix".

Vieles ist noch unbekannt über die Entstehung unseres Sonnensystems. Etwas Licht ins Dunkel erhoffen sich Forscher von einer japanischen Mars-Mission, die am Montagabend gestartet ist. Wie die japanische öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft NHK berichtet, hob eine H3-Rakete mit der Raumsonde Martian Moons eXploration (MMX) am Dienstag gegen 4:41 Uhr Ortszeit vom Weltraumbahnhof Tanegashima (Präfektur Kagoshima) ab.

Der Start glückte, nach etwas über einer Stunde hatte die MMX-Sonde ihre Flugbahn in Richtung Mars erreicht, nachdem sie sich planmäßig von der Trägerrakete gelöst hatte. Mit von der Partie ist eine bayerische Entwicklung namens "Idefix", die im oberbayerischen Oberpfaffenhofen (Kreis Starnberg) konzipiert und teilweise auch gebaut wurde.

"Idefix" ist ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES in Kooperation mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA. Bevor MMX selbst auf einen der Marsmonde Phobos und Deimos trifft, soll erst einmal "Idefix" die dortigen Gegebenheiten untersuchen.

Es handelt sich um ein kombiniertes Lander- und Rover-System, also eine Landesonde und ein ferngesteuertes Landfahrzeug für die Erkundung des Phobos. Der Name knüpft an Astérix an, den ersten französischen Satelliten, der 1965 ins All geschossen wurde, und nimmt natürlich Bezug auf die berühmte französische Comicfigur Asterix und den dazugehörenden Hund Idefix.

Die japanische Raumfahrtbehörde JAXA ließ sich die Entwicklung der Raumsonde MMX 55,3 Milliarden Yen kosten, das sind umgerechnet etwa 311 Millionen Euro. MMX soll auf Phobos landen, Proben des Oberflächengesteins sammeln und dieses zur Erde zurückbringen.

Die Mission selbst wird Jahre dauern. Erst im August 2027 wird MMX in die Nähe des Mars gelangen, um dort die erhofften Beobachtungen durchführen zu können. Für 2029 ist dann das Aufsetzen von "Idefix" auf Phobos geplant, ein Jahr später soll die Hauptsonde folgen. Eine Rückkehr zur Erde wird erst im Jahr 2031 erwartet. Die Mars-Mission von MMX wäre die erste Landung auf Phobos überhaupt, sollte sie gelingen. Ein sowjetischer Landeversuch in den Jahren 1988/89 und eine russische Mission im Jahr 2011 waren gescheitert.

Im Gegensatz zum Erdtrabanten sind die beiden Marsmonde "Phobos" und "Deimos" ("Furcht und Schrecken"), benannt nach den Söhnen des Kriegsgottes aus der griechischen Mythologie, relativ schlecht erforscht. Mit rund 27 Kilometern Durchmesser ist Phobos auch bedeutend kleiner und leichter als der Mond, der um die Erde kreist.

Damit der Marsmond-Rover "Idefix" nach der Landung liegen bleibt und nicht aufgrund der geringen Anziehungskraft von Phobos Sprünge macht, ist die Entwicklung auch nur 25 Kilogramm schwer. Nach der Landung soll "Idefix" seine Apparatur aufklappen und sich mit seinen vier Rädern über die Oberfläche des Marsmondes bewegen. Bodenproben wird der bayerische Rover nicht nehmen, sondern mithilfe von Kameras das Fahrverhalten auf "Phobos" testen, was der Hauptsonde MMX bei ihrer späteren Landung hilfreich sein wird.

Durch die Analyse der hoffentlich gewonnenen Gesteins- und Staubproben erhofft sich JAXA Aufschlüsse über die Entstehung der Marsmonde und damit über die Frühzeit des Sonnensystems. Die Erkenntnisse sollen auch der Entwicklung von Technologien zur weiteren Erforschung des Planeten Mars dienen. Während die durch MMX gewonnenen Gesteinsproben mit einer Rückkehrkapsel in Australien landen werden, wird der kleine Rover "Idefix" auf Phobos zurückbleiben, nachdem er seine Daten übermittelt hat.

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