Von Pepe Escobar
Kommen wir gleich zum Kern des Ganzen: Nachdem sie die Situation sorgfältig analysiert hatte, hat die politische und militärische Führung in Teheran bereits den Schluss gezogen, dass ein gemeinsamer US-israelischer Angriff unvermeidlich ist. Ihre Planung schreitet in rasendem Tempo voran.
Und so haben sie sich nun wie eine zusammengerollte Kobra positioniert, bereit, beim ersten Windhauch einer drohenden Gefahr seitens des Epstein-Syndikats zuzuschlagen und tödliches Gift zu injizieren – auch ohne auf einen tatsächlichen Angriff zu warten.
Die bereits ausgearbeitete Präventivaktion wird niederschmetternd sein, sich über die US-Stützpunkte in Westasien hinaus auf andere Ziele in der Region erstrecken und möglicherweise die Energieinfrastruktur und Unterseekabel einschließen (in diesem würde dies vor allem den Golf und Indien betreffen, viel mehr als die USA und Europa).
Wir sind im Bereich einer klaren und unmittelbaren Gefahr: Eine US-israelische militärische Operation, die als Druckmittel gedacht ist, wird in Teheran als Auftakt eines Angriffs interpretiert.
Der Druck des Todeskults/Donald Trumps in Richtung Krieg trifft jetzt also auf eine gefährlich niedrige Reizschwelle Irans. Angriffsoptionen des Pentagon reichen von iranischen Nuklearanlagen bis zur Energieinfrastruktur.
Es versteht sich von selbst, dass der Soziopath an der Spitze – der angesichts des bevorstehenden Debakels bei den Midterms bereits völlig durchdreht – leichte Beute für die mächtige zionistische Lobby/die Geldgeber ist, die den Krieg will. Die derzeit größte strategische Gefahr liegt also darin, dass dieser ununterbrochene Druck ein Signal erzeugen könnte, das Teheran als unmittelbar bevorstehenden Angriff interpretiert, auch wenn Washington öffentlich beteuert, dass vor den Midterms kein Angriff stattfinden wird.
Der Jemen bringt das Ganze auf die nächste Stufe
Parallel bestätigen gut informierte Quellen in Islamabad einen erfolgen pakistanischen Raketentest mit Mach 7, mit einer Reichweite von mehreren tausend Kilometern.
Diese neue Fähigkeit hat alles, was es braucht, um das Kräfteverhältnis in Westasien substanziell zu ändern. Sie stärkt Pakistans Abschreckungsreichweite, verändert, wie das Land in der Lage sein wird, jede regionale Sicherheitseinschätzung zu beeinflussen, und trägt zudem dazu bei, dass sich die Verflechtung Pakistans mit China, Iran und den Ölmonarchien am Golf weiter vertieft.
Und nun zu einer anderen Exklusivmeldung: Personal des israelischen Militärgeheimdienstes, darunter ein Generalmajor, hat Riad verlassen, nachdem Mohammed bin Salman in einem mutmaßlichen Moment der Hellsichtigkeit Nein zum Unterstützungsangebot des Todeskults gesagt hatte. Und dennoch sind noch immer mehr als 100 Mitarbeiter des CENTCOM vor Ort.
Diese Entscheidung könnte ihm von der Türkei und Pakistan aufgezwungen worden sein – den beiden anderen Unterzeichnern der Mekka-Verteidigungsallianz, die sich plötzlich Seite an Seite mit Agenten des Todeskults im selben Kriegsraum in Riad wiederfanden.
Ihr Abzug könnte ein Eskalationsrisiko beseitigt haben, aber US-Agenten sind weiterhin Gefahren ausgesetzt: Jeder Angriff, woher er auch kommen mag, der US-Opfer fordert, wird Washington sofort in den Krieg zwischen Saudi-Arabien und den Ansar Allah (besser bekannt als Huthi; Anm.) hineinziehen.
Der Saudi-Ansar-Allah-Krieg erreicht tatsächlich die nächste Stufe – die der Unvorhersehbarkeit. Die toxische Mischung aus dem Abschuss einer Marschflugrakete über der Provinz Medina, dem Abschuss von Drohnen an verschiedenen Orten in Saudi-Arabien und den Raketenangriffen der jemenitischen Streitkräfte auf den Präsidentenpalast der Marionettenregierung in Aden ist erst der Anfang.
Was nach dem Angriff der Ansar Allah auf Nadschran geschah – eine der südlichen saudischen Provinzen, die die Briten 1934 dem Jemen geraubt hatten –, ist wirklich umwerfend.
Ein saudischer Sprecher warf Ansar Allah vor, einen Marschflugkörper auf Medina abgefeuert zu haben. Die Antwort des bekannten Sprechers der jemenitischen Streitkräfte, General Yahya Saree, war vernichtend: "Wir haben heute keine militärische Operation gegen saudisches Territorium durchgeführt. Daher ist die Behauptung des saudischen Feindes, Medina sei angegriffen worden, eine reine Erfindung und eine gravierende Lüge."
Übersetzung: Der Jemen greift eine seiner ehemaligen Provinzen an; die Saudis setzen voll und ganz auf Fake News und erfinden einen Angriff auf eine der beiden heiligen Moscheen – ohne Zweifel als Vorbereitung für eine False-Flag-Operation; dann bestreitet der Jemen umgehend, irgendein (Hervorhebung von mir) saudisches Gebiet angegriffen zu haben.
Das bedeutet, dass Sanaa auf subtile Weise, so, dass es jeder versteht, erklärt, dass sie keine ausländischen (Hervorhebung von mir) Operationen mehr in den drei Provinzen Dschisan, Nadschran und Asir durchführen. Sie bereiten bereits – psychologisch und operativ – den Boden vor, um ihr geraubtes Territorium zurückzuerobern.
All das fügt sich zu dieser prägnanten Analyse aus dem Jemen zur Dekonstruktion des glamourösen Hauses Saud zusammen:
"Der Jemen zerstört die äußerst brüchigen Säulen der Nicht-Öl-Wirtschaft, auf die die Wüstenpiraten ihre ganzen Hoffnungen gesetzt hatten: Image, (ausländische) Direktinvestitionen, Flucht aus der Realität sowie Straflosigkeit und Unverwundbarkeit gegenüber Terrorismus aus dem Ausland."
Wie Pakistan und Iran den Internationalen Währungsfonds umgehen
Jetzt achten Sie auf etwas ziemlich Überraschendes, das sich Mitte der Woche in Bangkok während des jährlichen Treffens von IWF/Weltbank ereignete – das von thailändischen Straßenprotesten gebührend empfangen wurde.
Der Leiter der iranischen Zentralbank Abdolnaser Hemmati traf sich am Rande dieses wichtigsten jährlichen Rituals zu Ehren des US-Dollars mit dem Leiter der pakistanischen Zentralbank Jameel Ahmad.
Pakistan steht unter dem massiven Druck der Strukturanpassungsmaßnahmen von IWF/Weltbank – und wird dazu noch mit US-Sanktionen bedroht, weil es Handel mit Iran betreibt.
Es ist also einfach unbezahlbar, dass Pakistan und Iran de facto mitten in der Höhle des Löwen – dem Tempel des US-Dollars – über die Entdollarisierung diskutieren.
Die Infrastruktur gibt es seit 2023 – über ein Währungsswap-Abkommen, bei dem der Rial und die Rupie anstelle des US-Dollars verwendet werden. Der Tauschhandel wird von beiden Zentralbanken verwaltet, und die Zahlungswege laufen über die Bank Melli in Iran und die Bank Mellat in Pakistan. Ihre Grenzmärkte – mindestens sechs an der Zahl – boomen: physische Handelsrouten, die den US-Dollar vollständig umgehen.
Was sie in Bangkok Anfang der Woche diskutierten, ist, wie das Ganze ausgeweitet werden kann: Sie scheren sich keinen Deut um die sekundären Sanktionen der USA. Vor allem, weil Teheran Islamabad das bietet, was das US-System einfach nicht kann: Souveränität, keinen Regime Change, keine Austeritätspolitik, keine Belehrungen und vor allem keine Strukturanpassungen. Ganz zu schweigen davon, dass Pakistan dringend iranisches Gas braucht – und die von China ermöglichten Handelsrouten der Neuen Seidenstraße.
Iran hat eine ganze Wirtschaft aufgebaut, die den IWF komplett umgeht – und die einen Tsunami von Sanktionen, eine Blockade und einen Krieg überstehen kann. Nun sind Iran und Pakistan intensiv dabei, an der Schnittstelle zwischen Westasien und Südasien eine post-US-amerikanische Finanzordnung aufzubauen – komplett mit Währungsswaps, Tauschhandel, boomenden Grenzmärkten und geeigneten Zahlungskanälen, was die Sekundärsanktionen ad absurdum führt.
Übrigens geschieht dies genau in dem Moment, in dem ein riesiger iranischer Zug – und der erste von vielen –, beladen mit Rohöl, startklar ist, um nach … China abzufahren, über Zentralasien auf der von China gebauten Eisenbahnstrecke der Neuen Seidenstraße.
Die zusammengerollte Kobra mag bereit sein, zuzuschlagen. Doch die Kobra liebt es seit jeher auch, Geschäfte zu machen.
Aus dem Englischen übersetzt von Olga Espín.
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