Medwedew zu Blogger-Verhaftung in Montenegro: Verfolgung für Wahrheit

Der Vizevorsitzende des Sicherheitsrates der Russischen Föderation, Dmitri Medwedew, erklärte, in Europa werde Jagd auf alle Russen gemacht. Zuvor waren der russische Militärblogger Michail Swintschuk und seine Ehefrau Waleria in Montenegro festgenommen worden.

In Europa werde potenziell Jagd auf alle Russen gemacht; jeder könne verhaftet werden – insbesondere, wenn er die Wahrheit über westliche Länder, die EU und das Kiewer Regime ausspreche. Dies erklärte Dmitri Medwedew, der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitsrats der Russischen Föderation und Vorsitzende der Partei Einiges Russland, der eine Amtszeit lang auch den Posten des Staatspräsidenten bekleidete.

Am 9. Oktober 2026 berichtete der Rundfunk von Montenegro (RTCG), dass der russische Militärblogger Michail Swintschuk und seine Ehefrau Waleria sowie drei weitere Personen in der montenegrinischen Stadt Risan festgenommen worden seien. Sie waren für Dreharbeiten ins Land eingereist, für die sie auch die Genehmigung hatten (RT DE berichtete).

Medwedew kommentierte die Sache auf seiner offiziellen Internet-Präsenz im Messenger Telegram wie folgt:

"Es ist natürlich unklug, dass unsere Leute durch europäische Länder tingeln – auch wenn sie gute Absichten und wichtige Ziele verfolgen. Denn potenziell wird auf alle (ich betone: auf alle) Russen Jagd gemacht.

Weder Visa noch Einladungen oder sonstige Garantien schützen einen davor. Jeder kann verhaftet werden, besonders dann, wenn er die Wahrheit über die westlichen Länder, die EU und das banderistische Neonazi-Regime ausspricht. Willkommen sind nur die Abschaum-Elemente, die das Land verlassen haben – und selbst das nur vorübergehend.

Nun werden wir es wohl sein, die wir unseren Austauschpool mit europäischen und US-amerikanischen Schwachköpfen aufstocken, um die eigenen Leute freizubekommen. Anders geht es nicht: Wer unter Wölfen lebt, muss wie ein Wolf heulen …"

RT-Chefredakteurin Margarita Simonjan sprach sich ebenfalls zur Angelegenheit aus:

"Meine Prognose: Rybárs Team wird nicht an die USA ausgeliefert, sondern an die Ukraine. Was im Hinblick auf eine Rückkehr die schlechtere Variante ist. Wir werden sie natürlich zurückholen, aber unsere Kollegen werden einiges durchmachen müssen …

Ihnen wünsche ich Mut, den anderen soll es eine Lehre sein: Wir fliegen nur in Länder, bei denen wir uns absolut sicher sind!

Ins feindliche Länder aber – wozu Montenegro derzeit zählt – setzen wir keinen Fuß, selbst wenn wir nicht persönlich unter Sanktionen stehen und eine Einreise formal möglich wäre.

Haltet noch ein wenig durch.

Wir werden denen später schon erklären, wie man das Vaterland liebt.

Also – unser Vaterland."

Unter den zusammen mit dem Ehepaar Swintschuk festgenommenen Personen befindet sich Sergei Belous – ein Dokumentarfilm-Regisseur sowie Freund und Mitstreiter Maxim Fadejews. Fadejew seinerseits ist ebenfalls ein Filmregisseur und Autor des Projekts Realdoc. Er zeichnet für die Dokumentar-Tetralogie "Am Rand des Abgrunds. Schlacht um Mariupol" verantwortlich – eine Filmreihe, die die Gefechte um diese Stadt in der Volksrepublik Donezk im Jahr 2022 beschreibt, als die Truppen Russlands sowie der noch nicht zu Russland beigetretenen DVR sie von den Truppen des Kiewer Regimes befreiten.

Die offizielle Sprecherin des Außenministeriums der Russischen Föderation Maria Sacharowa teilte der russischen Nachrichtenagentur RIA Nowosti mit, dass die russische Botschaft in Montenegro die Umstände der Festnahme von Swintschuk und seinen Begleitern kläre.

Kurz darauf gab Russlands Botschaft in Montenegro gegenüber russischen Medien Folgendes bekannt:

"Angesichts der in montenegrinischen Medien veröffentlichten Informationen über die Festnahme von M. Swintschuk, W. Swintschuk und weiteren russischen Staatsbürgern hat die Botschaft umgehend Anfragen an die montenegrinische Seite gerichtet.

Gefordert wird darin, die Gründe für diese Entscheidung zu erläutern sowie unverzüglich konsularischen Zugang zu den russischen Staatsangehörigen zu gewähren.

Botschaft der Russischen Föderation in Montenegro."

Montenegros Ministerpräsident Milojko Spajić gab seinerseits eine Erklärung zur Festnahme ab:

"Wir hatten gewarnt, dass Versuche hybrider Einmischung und der Destabilisierung in Montenegro nicht abbrechen und uns auf unserem europäischen Wege begleiten würden.

Die staatlichen Institutionen verrichten ihre Arbeit, Montenegro schützt seine Interessen – und niemand wird unsere europäische Zukunft in Gefahr bringen."

Weitere Details preiszugeben weigerte sich der Regierungschef – die Landesbehörden machten "Daten, die in den Händen der Sicherheitsdienste bleiben müssen", nicht öffentlich.

Bekannt ist, dass Michail "Rybár" Swintschuk und seine Mannschaft dabei waren, in Montenegro Dreh- und Recherchearbeiten für einen Dokumentarfilm durchzuführen – darüber, auf welche Weise die Politik der Visavergabe im Land den Standards der Europäischen Union angepasst wird. Sie hatten vor, die Natur der EU-Integration Montenegros als einen von außen aufgezwungenen Vorgang aufzuzeigen – und die möglichen Folgen für die Wirtschaft dieses Balkanstaates, darunter nicht zuletzt für den Tourismus, zu skizzieren.

Montenegros Regierungskabinett Spajić hält die Möglichkeit der visafreien Einreise für Russlands und Weißrusslands Staatsbürger nur bis zum 31. Oktober 2026 aufrecht.

Am Abend des 9. Oktober wurde schließlich bekannt, dass Michail Swintschuk und seine Begleiter, darunter auch seine Ehefrau Waleria sowie Sergei Belous, Pawel Lekatortschuk und Kira Doroschenko, aus Montenegro ausgewiesen werden sollen. Allen fünf russischen Staatsangehörigen wurde nach Daten des russischen Online-Nachrichtenportals Baza der Aufenthaltsstatus entzogen; zudem erhielten sie Ausweisungsanordnungen aus Gründen, wie es heißt, der nationalen und inneren Sicherheit.

Kurz darauf erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums Sacharowa, dass die russischen Staatsbürger freigelassen worden seien. Sie befänden sich am Flughafen und warteten auf ihren Abflug. Russische Diplomaten leisteten Unterstützung.

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