Medienbericht: Sudanesisches Militär baut heimlich C-Waffenarsenal auf

Die Regierung des Sudan hat laut einem Bericht der "Washington Post" ein geheimes Lager an Chemiewaffen angelegt. Hochrangige Militärs hätten versucht, dies zu vertuschen, nachdem Chlorgasbomben gegen die Rebellenmiliz Rapid Support Forces (RSF) eingesetzt worden seien.

Einem Bericht der US-Zeitung Washington Post (WP) zufolge ist es den nationalen Streitkräften (SAF) des Sudan gelungen, chemische Waffen herzustellen. Dies belegen demnach interne Videos, Dokumente, Textnachrichten und weitere Materialien, die dem Blatt vorliegen sollen.

"Die autoritäre sudanesische Regierung hat ein geheimes Chemiewaffenlager angelegt", heißt es im Bericht. Die ranghohen Militärbeamten hätten versucht, diese Tatsache zu verheimlichen, nachdem Chlorgasbomben gegen die paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) eingesetzt worden seien.

Seit Mitte April 2023 ist im nordostafrikanischen Staat ein brutaler Bürgerkrieg zwischen der nationalen Armee und der Rebellenmiliz im Gange.

Sicherheitsbeamte aus dem Nahen Osten, die hätten anonym bleiben wollen, sollen die Dokumente der Zeitung zur Verfügung gestellt haben. Die Beamten hätten angegeben, das Material von Quellen im Sudan erhalten zu haben.

Wie es weiter heißt, sei möglicherweise Chlor, das ursprünglich bei der Wasserreinigung verwendet werden sollte, zur Herstellung chemischer Waffen eingesetzt worden.

Das sudanesische Militär habe die Produktion chemischer Kampfstoffe geheim halten können, da es diese auf Militärbasen gelagert und in abgelegenen Wüstengebieten getestet habe. Die Dokumente belegten, dass das Militär bis zu 290 Kampfstoffe gehortet habe. Zugleich stellt die WP fest, dass aus den Unterlagen nicht eindeutig hervorgehe, was der Sudan mit dem mutmaßlichen Vorrat gemacht habe.

Die sudanesische Regierung und die Armee hätten auf Anfragen nach einer Stellungnahme nicht reagiert, teilt die Zeitung mit.

Mehr als 20 westliche Geheimdienstmitarbeiter und Chemiewaffenexperten sollen demnach die Dokumente für glaubwürdige Beweise gehalten haben. Sie hätten aber betont, dass eine umfassende Bewertung die Besichtigung der Standorte und die Befragung von Zeugen erfordere.

Im April 2025 hatte US-Außenminister Marco Rubio erklärt, die sudanesischen Streitkräfte hätten 2024 Chemiewaffen gegen die Rebellen eingesetzt. Daraufhin verhängten die USA das erste Sanktionspaket gegen das Land. Der Sudan wies die Anschuldigungen zurück.

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