Wie die Deutsche Presse-Agentur am Freitag berichtet, kam es im brandenburgischen Angermünde zur Schändung eines Sowjetischen Ehrenmals. Bisher unbekannte Täter haben den auf der Spitze des Denkmals aufgesetzten roten Sowjetstern gewaltsam vom Bauwerk gestoßen. Dadurch wurde der Stern beschädigt und ist in mehrere Teile zerbrochen. Laut Angaben der Stadt ist bereits Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet worden.
Das Sowjetische Ehrenmal im uckermärkischen Angermünde liegt im Friedenspark und war in den Jahren 1946 und 1947 errichtet worden. Das unter Denkmalschutz stehende Monument dient auch als Grabstätte für 36 sowjetische Soldaten und Zivilisten, die dort bestattet sind. Das Monument ist rund vier Meter hoch. Darauf steht auf Russisch der Spruch "Wetschnaja slawa gerojam!" ("Ewiger Ruhm den Helden!")
Dort – und beim Gedenkstein für drei deutsche Deserteure, die kurz vor Kriegsende noch wegen versuchter Fahnenflucht an Bäumen erhängt wurden – finden alljährlich die Gedenkfeiern zum 8. Mai statt.
Wie hoch der angerichtete materielle Schaden ist, konnte noch nicht beziffert werden. Das Denkmal war bereits zuvor sanierungsbedürftig und mit einem Bauzaun gesichert, da bauliche Mängel an den tragenden Bauteilen festgestellt worden waren. Die Stadt Angermünde setzt sich für den Erhalt des Denkmals ein, da es – so die Pressemitteilung – "an die Verbrechen des faschistischen Regimes" erinnert.
Auffallend ist: Die Sachbeschädigung geschah in der Nacht vom 4. auf den 5. November, also zu dem Zeitpunkt, als sich der Bauausschuss der 14.000-Einwohner-Stadt erstmals mit dem Thema einer Sanierung und dem Einholen von Fördermitteln von Land und Landkreis eingehend befasste.
In ihrer Pressemitteilung verurteilt die Stadt Angermünde die zerstörerische Tat der Vandalen und ruft Zeugen sowie mögliche Hinweisgeber dazu auf, sich bei der Polizei zu melden.
Daran wird ein Bekenntnis zum Monument angeschlossen, das man auch in Zukunft bewahren möchte: "Das Ehrenmal ist Teil der örtlichen Erinnerungskultur und steht für das Gedenken an Menschen, die im Krieg ihr Leben verloren haben. Die Stadt wird sich ungeachtet des aktuellen Schadens weiterhin für den Erhalt und die würdige Gestaltung der Gedenkstätte einsetzen."
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