AfD: 421.000 E-Mails – "Hackerangriff" auf alte Konten

Die AfD bestätigt Gerüchte in sozialen Medien und Medienberichte über einen Hackerangriff auf ruhende E-Mail-Konten der Partei. Unbekannte sollen dabei im September dieses Jahres hunderttausende Schriftverkehrsdaten "widerrechtlich kopiert" haben.

Laut X-Beiträgen und Medienberichten ging am 19. Oktober eine anonyme Archivseite online, über die demnach "über 421.179 E-Mails" der Partei Alternative für Deutschland (AfD) zur Verfügung gestellt werden. Für potenziell Interessierte würden dabei laut Bild-Artikel (Bezahlschranke) rund 281 Gigabyte zum Herunterladen "sowie interne Dokumente und komplette Postfachbestände" bereitstehen. Die eingerichtete Seite wird mittlerweile von diversen Browsern mit einer Phishing-Warnung versehen. Laut Spiegel bestätigte die AfD, dass die Daten im September durch einen "Hackerangriff auf einen Hosting-Dienstleister unserer Partei" kopiert wurden.

"KI-Zusammenfassungen" aus der Flut entwendeter Mails wurden gestern auf einer anonymen Internetseite veröffentlicht. Über eine bereitgestellte Downloadmöglichkeit ließen sich demnach Absender und Inhalte des Schriftverkehrs unter anderem von AfD-Politikern wie Alice Weidel, Alexander Gauland und Leif-Erik Holm einsehen. Das berichtete zuerst die Bild-Redaktion gestern am späten Abend.

Laut Beitrag in einer X-Analyse sei dabei die Offerte im Rahmen einer anonymen, "schlecht gemachten, KI-generierten Seite" erfolgt, auf der wiederum "gar nichts veröffentlicht wird", außer einem sogenannten "BitTorrent-Link" zum Download von laut Medien "insgesamt 421.179 Mails", in einer Größenordnung von 281 Gigabyte. Auch der T-Online-Redakteur Lars Wienand berichtete auf X vom Donwload der Daten.

Ein Sprecher der AfD bestätigte laut mehreren gleichlautenden Mediendarlegungen, dass bereits im September "offenbar Teile einiger weniger Mail-Postfächer widerrechtlich kopiert" wurden, wobei die meisten abgeschöpften Mailadressen laut Parteiangaben "seit Jahren nicht mehr genutzt" worden sein sollen. Aktuelle E-Mail-Postfächer des AfD-Bundesverbands seien laut der Presserklärung "nicht betroffen gewesen."

Die weiterhin unbekannten Datendiebe erklärten laut Zeit-Artikel, dass es sich "um Daten aus zehn Postfächern handele", darunter ein Account auf den Namen des früheren AfD-Parteichefs Alexander Gauland "sowie ein Konto, das von der AfD früher als Kontakt für die Bundesgeschäftsstelle genannt worden sei."

Zum Thema der andauernden gesellschaftspolitischen Forderung eines zeitnahen AfD-Verbotsverfahrens würden in den sozialen Medien kursierende Inhalte den "rechtsextremen Charakter" von Teilen der Parteimitglieder bestätigen. Dazu heißt es im Zeit-Artikel, dass "etliche Nachrichten" Formulierungen enthielten, deren Inhalt "kritisch bewertet wird." Weiter heißt es:

"Erwähnt wird etwa eine parteiinterne Anhörung zum Umgang mit einer AfD-Landtagsabgeordneten aus Mecklenburg-Vorpommern, die auf Telegram antisemitische Kommentare gepostet haben soll. Zudem soll es in einer Mail um ein parteiinternes Dossier gehen, in dem dem AfD-Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich Naziverherrlichung, antisemitische Beleidigungen, Erpressung eines Parteimitglieds und Kontakte zu Neonazis vorgeworfen werden."

Die AfD-Parteiführung ließ weiter erklären, dass der widerrechtliche Angriff auf die Daten "rasch erkannt und beendet worden" sei. Alle betroffenen Nutzer wurden laut Mitteilung umgehend entsprechend informiert. Die nun erfolgte Onlineveröffentlichung "vermutlich eines Teils dieser Daten", werde aktuell juristisch geprüft, hieß es weiter.

Ob die veröffentlichten Unterlagen am Ende tatsächlich "echt sind und ob sie bei dem Hackerangiff erbeutet wurden, ist noch unklar", so ein AfD-Sprecher gegenüber der Bild-Redaktion.

Eine erste Einschätzung dazu könne daher erst nach Abschluss der eingeleiteten Prüfung gegeben werden.

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