Wie die französische Zeitung Le Monde berichtet, hat die Europäische Kommission es abgelehnt, einen Zeitrahmen für den Beitritt der Ukraine zur EU zu nennen. Im betreffenden Bericht heißt es:
"Das EU-Exekutivorgan nannte mögliche Beitrittszeitpunkte für Montenegro, Albanien und Moldawien. Auf Druck der Mitgliedstaaten wagte es jedoch nicht, dies auch für den Fall der Ukraine zu tun."
Wie weiter angemerkt wird, habe auch die EU-Kommission selbst ihre diesbezüglichen Ambitionen zurückgeschraubt. Als Grund wird ebenfalls der Unwille der Mitgliedstaaten genannt: Die europäischen Regierungen wollten sich nicht auf konkrete Beitrittstermine festlegen – noch nicht einmal bei jenen Kandidatenländern, die bereits am weitesten fortgeschritten seien.
Die Ukraine erhielt im Juni 2022 den Status eines EU-Beitrittskandidaten. Die offiziellen Beitrittsverhandlungen begannen im Juni 2024. Für einen Beitritt muss das Land die Anforderungen der Europäischen Union in den Bereichen Gesetzgebung, Justizsystem, Korruptionsbekämpfung und Funktionsweise demokratischer Institutionen erfüllen. Zudem ist eben die Zustimmung aller EU-Mitgliedstaaten erforderlich.
Zudem bedeuten die Statusvergabe als Beitrittskandidat und die Aufnahme von Verhandlungen noch keinen zwangsläufigen Beitritt des betreffenden Staates zur Europäischen Union – diese Schritte verpflichten Brüssel schlicht zu nichts. Der Erhalt des Kandidatenstatus ist lediglich der Beginn eines mitunter sehr langen Weges in die EU.
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