Trump kündigt baldige Entscheidung an: Iran prüft konkrete Vorschläge zum Atomprogramm

Iran prüft erstmals wieder konkrete Vorschläge für Verhandlungen über sein Atomprogramm. Katarische Vermittlungsbemühungen könnten Bewegung in die festgefahrene diplomatische Situation bringen – während Trump mit einer Wiederaufnahme der Angriffe droht.

Nach Informationen der New York Times prüft Iran konkrete Vorschläge von Vermittlern zur Zukunft seines Atomprogramms. Dies könnte einen Durchbruch bei den bislang festgefahrenen diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Krieges mit den USA bedeuten.

Die Bereitschaft Teherans, die Atomverhandlungen wieder aufzunehmen, nachdem das Land wochenlang keine Zugeständnisse gemacht hatte, deutet den Angaben zufolge darauf hin, dass die jüngsten Vermittlungsbemühungen Katars erfolgreich gewesen sein könnten. Die fünf mit den Gesprächen vertrauten Personen bezeichneten die geprüften Vorschläge als "konkrete Angebote", ohne Einzelheiten zu nennen.

Katar hat in der vergangenen Woche seine diplomatischen Bemühungen gegenüber Iran intensiviert. Nach Angaben der Informanten fanden zwei Gesprächsrunden in Teheran und eine dritte in Doha statt. Nach Angaben zweier Gesprächspartner zufolge führten katarische Repräsentanten zudem jüngst Gespräche mit iranischen Funktionären in Armenien. Ziel der Vermittlungsbemühungen ist es, eine erneute militärische Eskalation zu verhindern. Das iranische Außenministerium reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zu den Verhandlungen.

US-Vizepräsident JD Vance hat sich nach Angaben von drei der Informanten zu einem wichtigen Befürworter der von Katar geführten Vermittlungsbemühungen entwickelt. Zugleich schien er zuletzt eine gewisse Distanz zu Präsident Donald Trump aufzubauen, indem er den Iran-Krieg für die schweren Verluste der Republikaner bei den Zwischenwahlen verantwortlich machte. Bereits in der vergangenen Woche hatte Vance einen Brief an Mohsen Rezaei geschickt und darin direkte Friedensgespräche vorgeschlagen, die auch das iranische Atomprogramm umfassen sollten. Rezaei erklärte anschließend, das Schreiben zeige, dass die USA ihren Ton gegenüber Iran geändert hätten. Dies wertete er als Zeichen der "Stärke und des Sieges der iranischen Nation".

Die verstärkten diplomatischen Bemühungen finden vor dem Hintergrund der Erwägung eines großangelegten Angriffs auf Iran zwischen Trump und Israel statt. Das amerikanische und das israelische Militär haben nach Angaben der New York Times bereits eine Liste möglicher Ziele ausgearbeitet. Dazu gehören Energieinfrastruktur und andere Einrichtungen, die für die iranische Wirtschaft von entscheidender Bedeutung sind. Rezaei, der Vorsitzende des iranischen Obersten Nationalen Sicherheitsrats, erklärte allerdings am Samstag in einer Fernsehansprache, Iran werde erst dann über sein Atomprogramm verhandeln, wenn Washington die iranischen Forderungen akzeptiere. Dazu zählen die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte, die Aufhebung der Ölsanktionen und das Ende der amerikanischen Seeblockade iranischer Häfen.

Trump will bald über eine mögliche Wiederaufnahme größerer Militärangriffe auf Iran entscheiden. Erklärtes Ziel seines im Februar gemeinsam mit Israel begonnenen Krieges sei es, Iran am Bau einer "Atombombe" zu hindern. "Wollen wir noch weiter gehen" mit den Angriffen, damit "so etwas nie wieder passieren wird?", sagte Trump gegenüber Reportern im Weißen Haus am Donnerstag. "Ich würde den Rest des Landes lieber nicht zerstören, wenn möglich, aber vielleicht muss ich es tun", sagte der Präsident und fügte hinzu, das würden diese "bald genug" erfahren. Der iranische Außenamtssprecher Ismail Baghai wies die Drohungen zurück und erklärte, sein Land lasse sich nicht einschüchtern.

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