Netanjahu ordnet IDF-Vorbereitungen für vollständigen Westjordanland-Lockdown an

Israels Premier Benjamin Netanjahu hat die "Abriegelung" von Hebron und eine "vollständige Sperrung" des militärisch okkupierten Westjordanlands angeordnet. Ausschlaggebend für die Anordnung sei laut israelischen Medien eine Schießerei, bei der sechs IDF-Soldaten verletzt wurden.

Nachdem es am frühen Freitagmorgen am nördlichen Eingang von Hebron zu einer Schießerei gekommen war, bei der Berichten zufolge zwei junge Palästinenser getötet und sechs israelische Soldaten verletzt wurden, forciert Israels Premier Benjamin Netanjau die seit Jahren angespannte Lage mit einer wegweisenden Anordnung an die IDF-Armee und Sicherheitskräfte in der militärisch besetzten Region des Westjordanlandes.

Israelische Medien berichten, dass der Premier nach einer heutigen Lagebesprechung mit dem Leiter des Geheimdienstes Shin Bet sowie Angehörigen des israelischen Militärs den Sicherheitskräften vor Ort anordnete, "die Stadt Hebron unverzüglich abzuriegeln".

In einem X-Beitrag ergänzte Netanjahu zudem, er habe des Weiteren angewiesen, dass sich das IDF auf eine "vollständige Abriegelung" des besetzten Westjordanlands "ab heute vorzubereiten" habe. Die Drohung lautet dabei erneut:

"Unsere Sicherheitskräfte sind mit verstärkter Präsenz im Einsatz, um den Terrorismus zu bekämpfen, und führen umfangreiche Verhaftungsaktionen durch."

Die Armeepresseabteilung ließ auf X bestätigend mitteilen, dass Soldaten der IDF und Beamte der israelischen Grenzpolizei bereits "offensive Anti-Terror-Einsätze im Raum Hebron" durchgeführt hätten, wobei die angeordnete Abriegelung auch "in weiteren Gebieten gestartet" wurde. Die Mitteilung endet mit der Ankündigung:

"Die IDF wird weiterhin offensive Anti-Terror-Einsätze durchführen, um die israelische Zivilbevölkerung zu schützen."

Netanjahu, der bei den nahenden Wahlen am 27. Oktober in Israel für eine weitere Amtszeit kandidiert, forderte zudem nach seinen Anweisungen, dass alle politischen Veranstaltungen "aufgrund des Anschlags abzusagen" wären.

Ungenannte Hamas-Sprecher erklärten laut arabischen Medien, dass das Ereignis vom Morgen "eine natürliche und legitime Reaktion auf die anhaltenden Verbrechen und brutalen Angriffe gegen unser Volk" darstellt, um jedoch gleichzeitig jegliche direkte Verantwortung für die Schüsse auf IDF-Soldaten zurückzuwiesen.

Der israelische Finanzminister Bezalel Smotrich forderte am Freitag laut Medienzitaten umgehend eine Militäroperation im Westjordanland "genau wie in Gaza". Zudem forderte er den umgehenden Abriss palästinensischer Häuser in der Nähe des Ortes, an dem sich der Anschlag ereignet hat, unter der Behauptung, es handele sich dort "um illegal errichtete Gebäude".

Laut Al Jazeera gibt es keine Hinweise darauf, dass die Palästinensische Autonomiebehörde, die palästinensische Regierung im von Israel besetzten Westjordanland, mit dem Anschlag in Verbindung stand. 

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