"Mutter aller Bomben" bald gegen Iran im Einsatz? Zwei Schiffe sinken nahe Hormus

Zwei Schiffe sind in der Straße von Hormus innerhalb von 24 Stunden gesunken. Teheran verschärft den Druck auf Washington, während die Huthi mit neuen Angriffen auf saudische Flughäfen und Ölanlagen drohen. Setzt US-Präsident Donald Trump die "Mutter aller Bomben" gegen Iran ein?

Ein Containerschiff und ein Massengutfrachter sind innerhalb von 24 Stunden nahe der Straße von Hormus gesunken, nachdem sie bei zwei getrennten Vorfällen von Geschossen getroffen worden waren. Die Angriffe auf die Schifffahrt in der Region haben in den vergangenen zehn Tagen deutlich zugenommen. Iran erklärte, seine Angriffe als Reaktion auf die US-Blockade seiner Häfen und verschärfte Sanktionen auszuweiten.

Das unter singapurischer Flagge fahrende Containerschiff "GFS Pride" wurde während der Durchfahrt durch die Meerenge beschädigt. An Bord brach ein Feuer aus, bevor das Schiff sank. Alle 21 Besatzungsmitglieder konnten nach Angaben der singapurischen Seefahrts- und Hafenbehörde sicher evakuiert werden. Verletzte wurden nicht gemeldet.

Der unter der Flagge von Antigua und Barbuda fahrende Massengutfrachter Cape Dao sank ebenfalls nahe der Meerenge. Das Schiff war bereits am 23. September von einem Geschoss getroffen worden. Ein Besatzungsmitglied kam bei dem Angriff ums Leben, die übrige Besatzung wurde unmittelbar danach evakuiert.

Nach einer Auswertung von Daten der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation (IMO) sind die beiden Schiffe das zweite und dritte Schiff, das seit Beginn des US-Iran-Krieges am 28. Februar gesunken ist. Das maritime Risikomanagementunternehmen MARISKS warnte vor einer anhaltenden Bedrohung für die Handelsschifffahrt. Die Gefahr beschränke sich nicht auf Tanker: Auch Container- und Massengutfrachter erlitten zunehmend schwere Schäden.

Die deutliche Zunahme der Bedrohungen für die Handelsschifffahrt in und um die Straße von Hormus hat die Sorgen um die Sicherheit der strategisch wichtigen Meerenge verstärkt. Vor dem Krieg wurde etwa ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssigerdgas-Handels durch die Meerenge transportiert.

Seit den US-israelischen Angriffen auf Iran am 28. Februar versucht Teheran, seine Kontrolle über die Wasserstraße zu verschärfen. Durch Einschränkungen des Schiffsverkehrs will Iran seinen Einfluss auf Washington erhöhen.

Iran setze zunehmend neue Taktiken gegen Schiffe ein, die die Meerenge durchqueren, um die Ölpreise auf einem hohen Niveau zu halten und die US-Zwischenwahlen zu beeinflussen, erklärten zwei hochrangige iranische Regierungsvertreter gegenüber Reuters.

Während sich die Angriffe Irans und der USA bislang vor allem gegen Tanker richteten, wurden auch Fracht- und Containerschiffe attackiert, manövrierunfähig gemacht oder versenkt. 

Das US-Militär hat laut CNN Einsatzpläne für die GBU-43/B, die größte nicht-atomare Bombe im amerikanischen Arsenal, ausgearbeitet. Sie könnte erstmals gegen Iran eingesetzt werden. Im Weißen Haus wurden zuletzt verschiedene militärische Optionen erörtert. Obwohl US-Präsident Donald Trump öffentlich weitere Maßnahmen vor den Zwischenwahlen ausgeschlossen hat, ist laut CNN unklar, ob diese Zusage Bestand hat.

Im Jemen haben die Huthi am Mittwoch an einer weiteren Front des Iran-Krieges gedroht, Flughäfen und Ölanlagen in Saudi-Arabien weiterhin ins Visier zu nehmen. Die Drohung erfolgte einen Tag, nachdem ein Angriff Berichten zufolge erhebliche Schäden an der Zentrale des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco verursacht hatte, wie Reuters berichtete.

Die Huthi bezeichneten die angedrohten Ziele als legitime militärische Ziele. Ihre Angriffe seien eine Vergeltung für saudische Luftangriffe im Jemen.

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