Wasserleck in Atomreaktor: Kernkraftwerk Onagawa in Japan wird vorübergehend heruntergefahren

Nach der Katastrophe von Fukushima stand der 2. Block des AKW Onagawa im Osten Japans 13 Jahre lang still. Vor etwa zwei Jahren wurde die Atomanlage wieder hochgefahren. Neulich kam es dort aber zu einem Wasserleck – und der Betreiber beschloss einen vorübergehenden Stopp.

Am Samstag wird der 2. Block des Kernkraftwerkes Onagawa in der japanischen Präfektur Miyagi zeitweilig vom Netz gehen. Das Betreiberunternehmen Tohoku Electric Power fährt die Atomanlage herunter, weil es dort zu einem Wasserleck gekommen ist. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Firma schreibt, soll sich die Problemstelle an einem Ventil befinden.

In einer am Donnerstag verbreiteten Erklärung gibt der Energieversorger bekannt, das ausgetretene Wasser enthalte eine geringe Menge an radioaktiven Stoffen. Es sei inzwischen aufgesammelt worden. Um das AKW habe man keine abnormalen Strahlungswerte nachgewiesen. Der Betreiber rechnet damit, dass der Atommeiler in etwa zehn Tagen wieder in Betrieb gehen wird.

Aus der Mitteilung geht hervor, dass die Firma das Problem erkannt habe, weil der Wasserstand in einem Auffangbecken seit Juli kontinuierlich angestiegen sei. Nach Schätzungen von Tohoku Electric Power beläuft sich die Leckage auf ungefähr 0,2 Tonnen Wasser pro Stunde.

Die drei Blöcke des AKW Onagawa waren jeweils in den Jahren 1984, 1995 und 2001 in Betrieb gegangen. Beim verheerenden Erdbeben in Japan im März 2011 schaltete sich die Atomanlage sicher ab. Im Oktober 2024 wurde der zweite Block nach 13 Jahren wieder ans Netz angeschlossen – als erster Atomreaktor im Osten des Landes. Der erste Block wurde endgültig stillgelegt, weil der Betreiber dessen Nachrüstung als zu teuer und zeitaufwändig einschätzte.

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